Mobbing-Vorwürfe gegen NRW-Bauministerin Scharrenbach erschüttern das Ministerium
Anton MeyerScharrenbach bietet Mitarbeitern Gespräche nach Vorwürfen - Mobbing-Vorwürfe gegen NRW-Bauministerin Scharrenbach erschüttern das Ministerium
NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach sieht sich Vorwürfen wegen Mobbing und eines toxischen Arbeitsklimas ausgesetzt. Berichte des Spiegel beschreiben ihr Ministerium als einen Ort der Angst und Einschüchterung, wobei Personalvertreter bereits Anfang dieses Jahres Bedenken geäußert hatten. Die Vorwürfe haben interne Überprüfungen ausgelöst und sogar ein öffentliches Eingeständnis Scharrenbachs zur Folge gehabt.
Im Januar 2025 hatte ein Personalvertreter Nathanael Liminski, den Chef der Staatskanzlei, über Fehlverhalten in Scharrenbachs Ministerium informiert. Im Mittelpunkt standen dabei Führungsmethoden und eine Atmosphäre der Einschüchterung. Liminski bestätigte später, dass ihm die Vorwürfe bereits vor der Bundestagswahl 2025 bekannt gewesen seien.
Dokumente, die dem Spiegel vorliegen, zeichnen ein düsteres Bild der Arbeitsbedingungen in der Digitalverwaltung des nordrhein-westfälischen Innenministeriums. Mitarbeiter hätten demnach unter Angst und Druck gelitten, wobei es keine offiziellen Vergleiche zwischen der aktuellen und der vorherigen Legislaturperiode gebe.
Scharrenbach räumte inzwischen ein, dass ihr Führungsstil bei einigen Mitarbeitern auf Kritik gestoßen sei. Sie nahm die Vorwürfe ernst und kündigte Maßnahmen zur Lösung der Probleme an, darunter Gesprächsrunden mit betroffenen Beschäftigten und eine engere Einbindung des Personalrats.
Liminski wies darauf hin, dass Fragen zur Umstrukturierung des Ministeriums mit Scharrenbach und Staatssekretär Daniel Sieveke erörtert worden seien. Gleichzeitig wurde ein hochrangiger Beamter mit den Worten zitiert: "Diese Frau hat mich zerstört", wobei die Identität der Quelle unklar bleibt.
Scharrenbach bot betroffenen Mitarbeitern persönliche Gespräche an, um die angeblichen Machtmissbräuche aufzuarbeiten. Das Ministerium arbeitet nun an einer Reform der Führungsprozesse, wobei die Ministerin eigene Versäumnisse einräumte. Wie sich diese Veränderungen auf das Arbeitsklima auswirken werden, bleibt jedoch abzuwarten.






