24 April 2026, 14:21

Münsteraner Mieter zahlen 806 Euro mehr nach Wärmepumpen-Umstellung – und LEG stoppt Modernisierung

Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind und Sonne in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Münsteraner Mieter zahlen 806 Euro mehr nach Wärmepumpen-Umstellung – und LEG stoppt Modernisierung

Mieter in Münster kämpfen mit drastischen Heizkostensteigerungen nach Umstellung auf Wärmepumpen

In einem Münsteraner Wohnkomplex müssen Mieter nach der geplanten Installation von Wärmepumpen mit stark steigenden Heizkosten rechnen. Der Wechsel von Gas-Etagenheizungen zu einem neuen Contracting-Modell kostet die Mieterin Ines Rodriguez zusätzlich 806 Euro pro Jahr. Nach Kritik hat die Wohnungsbaugesellschaft LEG ihr Modernisierungsprogramm vorerst gestoppt.

Das neue System sieht eine monatliche Grundgebühr von 140 Euro vor – noch bevor überhaupt geheizt wird. Für Rodriguez steigen dadurch ihre jährlichen Heizkosten auf 2.486 Euro, deutlich mehr als ihre bisherigen Gasausgaben. LEG verlangt 1,80 Euro pro Quadratmeter, was weit über der im Gebäudeenergiegesetz (GEG) festgelegten Obergrenze von 0,50 Euro liegt. Allerdings gilt diese Deckelung nicht bei Contracting-Verträgen, sodass Mieter höheren Kosten schutzlos ausgeliefert sind.

Vermieter können eigene Tochterfirmen gründen, um Wärmepumpen-Dienstleistungen anzubieten – und so ohne Ausschreibungen direkt an ihren Mietern verdienen. Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) erkennt Contracting zwar als legitimes Modell an, betont aber die Notwendigkeit fairer und transparenter Preise.

Maximilian Fuhrmann vom Mieterverein Nordrhein-Westfalen kritisiert das individuelle Contracting-Modell von LEG als besonders ungerecht. Nach einem Bericht des NDR, der die Problematik aufdeckte, setzte die Wohnungsbaugesellschaft ihre Modernisierungspläne in Münster vorläufig aus. Wie es weitergeht, bleibt unklar.

Der Fall steht exemplarisch für einen bundesweiten Trend: Immer mehr Mietwohnungen ersetzen Gasheizungen durch dezentrale Wärmepumpen. Ohne strenge Kostenkontrollen drohen Mietern ähnliche Preissprünge in ganz Deutschland.

Der Stopp von LEGs Modernisierung bringt den Münsteraner Mietern zwar vorerst Entlastung, doch langfristige Lösungen fehlen. Bleibt es bei Contracting-Modellen ohne schärfere Regulierung, könnten die Heizkosten für Mieter weiter steigen. Die Situation offenbart Lücken im Mieterschutz, die dringend geschlossen werden müssen, um überhöhte Abgaben zu verhindern.

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