Netzausbaukosten explodieren: Wie Deutschland Milliarden sparen könnte
Lina SchmidtNetzausbaukosten explodieren: Wie Deutschland Milliarden sparen könnte
Deutschlands Ausbau der erneuerbaren Energien treibt die Netzausbaukosten in die Höhe – die Schätzungen liegen zwischen 61 und 180 Euro pro Kilowatt. Das Energiewirtschaftliche Institut (EWI) an der Universität zu Köln hat nun Vorschläge unterbreitet, wie sich diese Ausgaben senken lassen. Ihre Studie deckt Ineffizienzen in der aktuellen Netzanbindungspolitik auf und schlägt praktikable Lösungen vor.
Netzbetreiber kämpfen mit einer wachsenden Nachfrage nach neuen Stromleitungen, da immer mehr Solar-, Wind- und Batterieprojekte ans Netz gehen. Das EWI warnt, dass die bestehenden Anreize zur Optimierung der Anschlüsse fehlerhaft sind und oft zu höheren Kosten sowie verschwendeten Ressourcen führen.
Ein zentraler Vorschlag ist die gemeinsame Nutzung von Netzanschlusspunkten für Solar-, Wind- und Batteriespeicheranlagen. Laut EWI könnte dieser Ansatz die Ausbaukosten um 1,8 Milliarden Euro pro Jahr reduzieren. Durch die Bündelung erneuerbarer Anlagen an einzelnen Anschlusspunkten ließe sich zudem die Netzeffizienz steigern – und der Bedarf an Einspeisemanagement verringern, bei dem überschüssige Energie ungenutzt bleibt.
Die Studie empfiehlt darüber hinaus, Batteriespeicher hinter den Netzanschlusspunkten zu installieren. Dadurch könnte überschüssige Energie gespeichert statt verloren gehen, was das Einspeisemanagement weiter verringert. Allerdings betont das EWI, dass neue Geschäftsmodelle nötig sind, um diese Speicherlösungen angemessen zu finanzieren.
Bis 2045 könnten die Investitionen in den Ausbau der Verteilnetze rund 350 Milliarden Euro betragen – vor allem aufgrund des Wachstums der erneuerbaren Energien. Das EWI schätzt, dass allein gemeinsame Anschlüsse jährlich 800 Millionen Euro einsparen könnten – mehr als die aktuellen Kosten für abgeregelten Strom.
Die Vorschläge des EWI zielen darauf ab, die Netzausbaukosten zu senken und gleichzeitig die Effizienz zu steigern. Gemeinsame Anschlusspunkte und bessere Speicherlösungen könnten Milliarden sparen. Ohne politische Änderungen dürften jedoch Ineffizienzen und hohe Ausgaben bestehen bleiben.






