02 February 2026, 08:19

Neue Beratungsstellen an Bahnhöfen helfen Frauen nach häuslicher Gewalt

Zwei Frauen stehen nebeneinander vor einer blauen Tür mit Plakaten, eine in einem blauen Hemd, schwarzen Hosen und einer grünen Mütze, die andere hält ein Papier in der Hand.

Bundespolizistinnen beraten Gewaltopfer: Arzt oder Anzeige? - Neue Beratungsstellen an Bahnhöfen helfen Frauen nach häuslicher Gewalt

Häusliche Gewalt in Deutschland: 2024 stiegen die Fallzahlen um 3,5 Prozent

Im Jahr 2024 registrierten die deutschen Behörden einen Anstieg der Fälle häuslicher Gewalt um 3,5 Prozent – insgesamt waren 187.128 Frauen betroffen. Nach Einschätzung der zuständigen Stellen könnte der Zuwachs weniger auf eine tatsächliche Zunahme der Vorfälle als vielmehr auf eine höhere Bereitschaft der Opfer zurückzuführen sein, Gewalterfahrungen zu melden. Um die Situation zu verbessern, wurden an großen Bahnhöfen Beratungsstellen eingerichtet, die sofortige Hilfe anbieten.

Die erste Anlaufstelle nahm am 15. August 2024 am Berlin Ostbahnhof ihren Betrieb auf, eine zweite folgte am 29. September 2025 im Kölner Hauptbahnhof. Beide Standorte dienen als Pilotprojekte, um Frauen, die von Gewalt betroffen sind, gezielt zu unterstützen.

Die Zentren werden von speziell geschulten Polizistinnen geleitet, die auf den Umgang mit häuslicher und sexualisierter Gewalt vorbereitet sind. Zu den Angeboten zählen psychologische Beratung, die Vermittlung in Krankenhäuser sowie die Organisation von Schutzunterkünften. Zudem können sie dafür sorgen, dass Täter vorübergehend aus der gemeinsamen Wohnung verwiesen werden.

Seit ihrer Eröffnung haben die beiden Einrichtungen in über 200 Fällen Betroffene begleitet. Unklar bleibt jedoch, ob das Projekt über September 2027 hinaus fortgeführt wird. Noch gibt es keine Entscheidung, ob die Pilotphase verlängert oder auf weitere Bahnhöfe ausgeweitet wird.

Fachleute betonen, dass nach wie vor viele Fälle häuslicher Gewalt im Verborgenen bleiben. Der Anstieg der gemeldeten Vorfälle könnte daher eher auf ein wachsendes Vertrauen in die Hilfssysteme hindeuten als auf eine reale Zunahme der Gewalt.

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Die Pilotstellen in Berlin und Köln haben bereits Hunderten Frauen geholfen. Ob sie nach 2027 weiterbestehen, hängt von einer weiteren Evaluation ab. Bis dahin bleiben sie eine zentrale Anlaufstelle für Betroffene, die schnellen Schutz und Beratung suchen.