Neue Filteranlage in Willich schützt Trinkwasser vor PFAS-Schadstoffen
Anton MeyerNeue Filteranlage in Willich schützt Trinkwasser vor PFAS-Schadstoffen
Wasserwerk Darderhöhe in Willich setzt neues Filtersystem gegen PFAS-Belastung im Trinkwasser ein
Im Wasserwerk Darderhöhe in Willich wurde ein neues Filtersystem in Betrieb genommen, um die Belastung mit PFAS-Schadstoffen im Trinkwasser zu bekämpfen. Das Problem wurde nach Routineuntersuchungen im Jahr 2023 bekannt, bei denen erhöhte Werte der gesundheitsschädlichen Chemikalien festgestellt wurden. Acht Aktivkohlefilter sorgen nun dafür, dass die Trinkwasserversorgung für 65.000 Einwohner in Willich und Meerbusch-Osterath sicher bleibt.
Die Verunreinigung ließ sich bis zum Brunnen in Anrath zurückverfolgen, wo die PFAS-Konzentrationen die zulässigen Grenzwerte überschritten. Als Reaktion darauf trieb das kommunale Versorgungsunternehmen den Bau der Filteranlage beschleunigt voran. Auf einer Fläche von 1.100 Quadratmetern begannen die Arbeiten; jede der acht Filtereinheiten benötigte etwa fünfereinhalb Wochen Bauzeit. Das gesamte Projekt wurde in weniger als sieben Monaten fertiggestellt und ging am 26. Januar 2023 in Betrieb.
Das System nutzt Aktivkohle, um die PFAS-Schadstoffe zu entfernen, und senkt die Werte auf unter sieben Nanogramm pro Liter – deutlich unter den verschärften Vorgaben der Trinkwasserverordnung. Allerdings müssen die Filter regelmäßig gewartet werden: Die Kohle muss alle sechs Monate regeneriert werden. Zwei zusätzliche Ersatzfilter lagern beim Hersteller Jacobi Carbons in Premnitz bei Berlin.
Die Maßnahme belastet die Finanzen des Versorgers erheblich: Die Baukosten betrugen 1,4 Millionen Euro, hinzu kommen geschätzte 200.000 Euro jährlich für Wartung und Betrieb. Daher bereitet das Unternehmen nun eine Klage vor, um die Kosten von den Verursachern der Kontamination zurückzufordern.
Die neue Filteranlage garantiert, dass das Trinkwasser in der Region sicher bleibt und den gesetzlichen Anforderungen entspricht. Da das Werk täglich etwa 11.000 Kubikmeter Wasser aufbereitet, bieten die Maßnahmen langfristigen Schutz für die ansässige Bevölkerung. Mit der laufenden Klage will das Unternehmen zudem die finanziellen Folgen der Verunreinigung und ihrer Beseitigung ausgleichen.
