Neue unabhängige Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt startet 2025
Philipp SchulteKirchen: Unabhängige Unterstützung für Missbrauchsopfer - Neue unabhängige Anlaufstelle für Betroffene sexualisierter Gewalt startet 2025
Neuer Unterstützungsdienst für Betroffene sexualisierter Gewalt – unabhängig von der Kirche
Ab Anfang 2025/2026 steht Überlebenden sexualisierter Gewalt, die sich nicht an die Kirche wenden möchten, ein neues Angebot zur Verfügung. Die Initiative der Evangelischen Kirchen im Rheinland und in Westfalen wird vom unabhängigen Verein Wildwasser Bielefeld umgesetzt. Ziel ist es, eine neutrale und leicht zugängliche Alternative für Betroffene zu schaffen, die das Vertrauen in kirchliche Hilfsangebote verloren haben.
Der Dienst fungiert als externe Anlaufstelle und ist montags von 15 bis 16:30 Uhr telefonisch unter der Nummer 0521 5573466 oder per E-Mail ([email protected]) erreichbar. Wildwasser e.V., 1991 aus einer Selbsthilfegruppe hervorgegangen, bietet bereits professionelle Beratung, Unterstützungsgruppen und Fortbildungen für Betroffene aller Geschlechter an.
Antje Menn, Vizepräsidentin der rheinischen Kirchenleitung, betonte, dass das neue Angebot Überlebenden einen Raum außerhalb der Kirche biete, in dem sie ohne Zögern Hilfe suchen könnten. Ulf Schlüter, theologischer Vizepräsident der Evangelischen Kirche von Westfalen, unterstrich die Bedeutung, die Perspektiven der Betroffenen in den Vordergrund zu stellen und unabhängige Unterstützungsmöglichkeiten anzubieten. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund, dass regionale protestantische Kirchen den Bedarf an Alternativen erkennen – insbesondere dann, wenn sich Betroffene nicht direkt an kirchliche Mitarbeiter:innen wenden möchten. Wildwasser Bielefeld übernimmt die Durchführung und garantiert professionelle sowie vertrauliche Hilfe.
Die neue Anlaufstelle nimmt ihren Betrieb zum Jahreswechsel auf. Überlebende sexualisierter Gewalt können sich nun an eine unabhängige Organisation wenden, statt auf kirchliche Strukturen angewiesen zu sein. Das Angebot ergänzt bestehende Hilfsangebote und trägt gleichzeitig Bedenken hinsichtlich Vertrauen und Neutralität Rechnung.
