Neues Drogenhilfezentrum in Köln-Pantaleon spaltet Anwohner und Stadtpolitik
Philipp SchulteNeues Drogenhilfezentrum in Köln-Pantaleon spaltet Anwohner und Stadtpolitik
Köln hat Pläne für ein neues Drogenhilfezentrum im Stadtteil Pantaleonsviertel genehmigt. Die Einrichtung, deren Eröffnung in den kommenden Jahren vorgesehen ist, soll Suchtkranken Unterstützung bieten und gleichzeitig den öffentlichen Drogenkonsum reduzieren. Doch der vorgeschlagene Standort am Perlengraben stößt bereits jetzt auf Widerstand bei Anwohnern und Schulen.
Die Stadt plant zudem, ihr Angebot an Suchthilfe weiter auszubauen: Bis 2027 sollen drei zusätzliche Zentren in Porz, Lindenthal und Ehrenfeld entstehen.
Die Entscheidung des Stadtrats folgt einer langfristigen Strategie, die im Koalitionsvertrag von 2020 zwischen Oberbürgermeisterin Henriette Reker und den regierenden Parteien (Grüne, FDP) festgehalten wurde. Das genehmigte Zentrum wird rund um die Uhr geöffnet sein und unter anderem überwachte Konsumräume, Hygienestationen, Ruhezonen sowie Notunterkünfte anbieten. Hauptziel ist es, Suchtkranke aus dem öffentlichen Raum in eine kontrollierte Umgebung zu verlagern.
Anwohner in der Nähe des Perlengrabens äußern jedoch Bedenken hinsichtlich Sicherheit und Sauberkeit. Sie fürchten, das Zentrum könnte noch mehr Drogenaktivitäten anziehen. Bei Protesten wurde infrage gestellt, wie die Einrichtung mit den Suchtkranken umgehen und welche Auswirkungen sie auf das Viertel haben werde. Trotz der Kritik betonen Fachleute, dass solche Zentren am effektivsten sind, wenn sie in der Nähe bestehender Drogenbrennpunkte angesiedelt werden.
Parallel zu den neuen Angeboten will die Stadt strengere Strafen für öffentlichen Drogenkonsum in dem Gebiet einführen. Zudem hat sie zugesagt, ab 2027 die Mittel für Suchtpräventionsprogramme zu erhöhen. Zwar sind zwei weitere Beratungsstellen geplant, ihre genauen Standorte stehen jedoch noch nicht fest.
Das neue Drogenhilfezentrum im Pantaleonsviertel wird unter strengen Auflagen betrieben und durchgehend geöffnet sein. Sein Erfolg hängt davon ab, die Unterstützung für Suchtkranke mit den Sorgen der Anwohner in Einklang zu bringen. Gleichzeitig sieht Kölns umfassender Plan bis 2027 drei weitere Einrichtungen vor – begleitet von schärferen Kontrollen gegen öffentlichen Drogenkonsum.
