16 April 2026, 04:15

NRW führt neues Punktesystem für ökologische Solarpark-Bewertung ein

Pflanzen wachsen auf dem Land.

NRW führt neues Punktesystem für ökologische Solarpark-Bewertung ein

Nordrhein-Westfalen legt neue Richtlinien für die ökologische Bewertung von Freiflächen-Solaranlagen vor

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat neue Leitlinien für die Bewertung der ökologischen Auswirkungen von Solarparks auf Freiflächen veröffentlicht. Die Landesanstalt für Natur, Umwelt und Klimaschutz hat die Regeln erarbeitet, um die Berechnung von Ausgleichsmaßnahmen im gesamten Land zu vereinheitlichen. Der Schritt erfolgt im Rahmen der Bestrebungen des Bundeslandes, seine Solarkapazitäten in den kommenden Jahrzehnten deutlich auszubauen.

Die Richtlinie führt ein Punktesystem von null bis fünf ein, mit dem verschiedene Bereiche einer Solaranlage bewertet werden. Vollständig versiegelte Flächen wie Zufahrtswege erhalten null Punkte und müssen an anderer Stelle vollständig ausgeglichen werden. Teilversiegelte Bereiche, etwa Schotterwege, werden mit einem Punkt bewertet – ebenso wie die Flächen direkt unter den Solarmodulen.

Die Bewertung der Abstände zwischen den Modulreihen hängt vom angestrebten Lebensraum ab. Werden die ökologischen Ziele nicht erreicht, wirken sich Abzüge auf die Gesamtbilanz aus. Für eine naturnahe Gestaltung empfiehlt die Behörde Reihenabstände von mindestens fünf Metern, eine Aufständerung der Modultische um 0,8 Meter sowie eine fundamentfreie Bauweise.

Kritik an den neuen Vorgaben gibt es bereits. Der Landesarbeitskreis Erneuerbare Energien NRW zweifelt die wissenschaftliche Fundierung der Punktvergabe an. Der Verband argumentiert, dass die Einstufung der Flächen unter und zwischen den Modulen zu niedrig angesetzt sei und so das Wachstum der Branche gefährden könnte.

Die Richtlinien werden zu einem Zeitpunkt veröffentlicht, an dem Nordrhein-Westfalen einen massiven Solarausbau anstrebt. Die aktuelle Kapazität liegt bei 13,21 Gigawatt, doch die Pläne sehen 21 bis 27 Gigawatt bis 2030 und 50 Gigawatt bis 2040 vor.

Das neue Bewertungssystem wird beeinflussen, wie Solarprojektierer künftige Vorhaben planen und ausgleichen. Während einheitliche Standards die Genehmigungsverfahren beschleunigen könnten, dürften sie für manche Betreiber auch höhere Kosten bedeuten. Die Debatte um die ökologische Bewertung könnte das Tempo des Ausbaus erneuerbarer Energien in Nordrhein-Westfalen mitbestimmen.

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