08 February 2026, 12:42

NRW-Krankenhäuser unvorbereitet auf Großschadenslagen – Experten schlagen Alarm

Ein gerahmtes Plakat zum 70. Jahrestag des Kaiser-Huldigungsfestes in Berlin, Deutschland, mit einer Gruppe von Menschen in der Mitte und umgeben von Text und Zahlen.

NRW-Krankenhäuser unvorbereitet auf Großschadenslagen – Experten schlagen Alarm

Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen kämpfen mit der Vorbereitung auf Großschadenslagen

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Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen (NRW) sind kaum auf großflächige Notfälle vorbereitet. Viele verfügen weder über die notwendigen finanziellen Mittel noch über die Infrastruktur, um im Krisenfall eine große Zahl von Verletzten zu versorgen. Behörden und Mediziner warnen nun vor gravierenden Engpässen bei der Versorgung, der Energieversorgung und der Unterbringung von Patienten.

Eine aktuelle Umfrage des WDR ergab, dass zwar 40 von 53 Krankenhäusern in NRW über Notstromaggregate verfügen. Die meisten könnten damit bis zu drei Tage betrieben werden – so lagert etwa das Bergmannsheil in Bochum genug Diesel für 72 Stunden. Doch beim Wasser gibt es erhebliche Probleme: Nur jedes fünfte Krankenhaus hält einen Vorrat an Flaschenwasser für eine Woche vor.

Die städtischen Kliniken Kölns hatten einen zweistöckigen Keller vorgeschlagen, der im Frieden als Parkhaus und im Krisenfall als medizinische Notfallzentrale dienen sollte. Doch das Projekt scheiterte am Geldmangel. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) räumte ein, das Land könne sich solche Pläne schlicht nicht leisten, und regte stattdessen an, auf Bundesmittel aus dem Verteidigungsetat zurückzugreifen.

"Auf einen NATO-Bündnisfall oder einen direkten Angriff auf Deutschland sind wir nicht vorbereitet", warnte Mirko Aach, Ärztlicher Direktor des Bergmannsheils. Sein Krankenhaus kooperiert nun mit der Bundeswehr, um das Personal in Notfallchirurgie zu schulen. Gleichzeitig schlug Professor Boris Augurzky ein rotierendes Lagerungssystem vor, um zu verhindern, dass Medikamente verfallen. Die meisten Krankenhäuser lagern derzeit essenzielle Arzneimittel für zwei bis sechs Wochen – Blutkonserven wären im Krisenfall jedoch schnell aufgebraucht.

Während des Kalten Krieges hatte NRW noch Hilfsbunker, die als medizinische Einrichtungen genutzt wurden. Sie wurden inzwischen alle geschlossen, sodass heute kein einziges Krankenhaus mehr über unterirdische Schutzräume verfügt.

Die Umfrage und die Warnungen der Experten offenbaren gravierende Schwachstellen in der Krankenhausinfrastruktur NRWs. Ohne gesicherte Finanzierung oder aktualisierte Notfallpläne könnten die Einrichtungen in einer großflächigen Katastrophe überfordert sein. Die Verantwortlichen setzen nun auf Bundeshilfen, um die Defizite zu beheben.