NRW reformiert KiBiz: 1,5 Milliarden Euro für bessere Kita-Betreuung bis 2027
Lina SchmidtNRW reformiert KiBiz: 1,5 Milliarden Euro für bessere Kita-Betreuung bis 2027
Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat einen Entwurf zur Reform des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) vorgelegt, um die Betreuung und frühkindliche Bildung in Kitas zu verbessern. Im Mittelpunkt der Pläne stehen eine bessere Finanzierung, die Qualifizierung des Personals sowie flexiblere Betriebsmodelle für Kindertageseinrichtungen in der gesamten Region.
Die schwarz-grüne Koalition entwickelte die Reform in enger Abstimmung mit Verbänden, bevor sie dem Landtag zur Beratung vorgelegt wurde. Bei Annahme des Gesetzentwurfs sollen in den kommenden Jahren 1,5 Milliarden Euro in die Modernisierung von Kitas fließen. Zudem ist ab dem 1. August 2027 eine jährliche Aufstockung von 200 Millionen Euro vorgesehen, um Träger bei Transformationskosten und der finanziellen Stabilisierung zu unterstützen.
Ziel der Reform ist es, die Kinderbetreuung zuverlässiger zu gestalten – etwa durch kürzere Schließzeiten und Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel. Dazu gehören flexible Kern- und erweiterte Öffnungszeiten sowie Anreize für die Personalgewinnung. Auch die Ausbildungsangebote sollen verbessert werden, etwa durch praxisintegrierte Qualifizierungen. Zudem erhalten Tagespflegepersonen höhere Fördermittel.
Kritiker monieren jedoch, dass der Entwurf keine konkreten Lösungen für langjährige Probleme wie strukturelle Unterfinanzierung oder Personalengpässe bietet. Anders als bestehende Initiativen – etwa die Praktika und dualen Studiengänge der Lebenshilfe NRW – fehlen im Reformpaket klare Schritte zur Fachkräftegewinnung oder Qualifizierungsoffensiven. Zwar sind im Haushalt 2026 über sechs Milliarden Euro für die frühkindliche Bildung vorgesehen, doch viele bezweifeln, dass die Änderungen nachhaltige Wirkung entfalten.
Der CDU-Politiker Martin Lucke begrüßte den Vorstoß als "wichtigen Schritt hin zu einer hochwertigen und verlässlichen Kinderbetreuung". Ohne detaillierte neue Strategien bleibe jedoch ungewiss, ob die Reform die bestehenden Herausforderungen bewältigen kann.
Der KiBiz-Entwurf tritt nun in das Gesetzgebungsverfahren ein, mit höheren Finanzmitteln und mehr Flexibilität für die Träger als zentrale Säulen. Zwar erhalten die Einrichtungen mehr Unterstützung, doch das Fehlen gezielter Maßnahmen zur Personalgewinnung und -qualifizierung lässt zentrale Probleme ungelöst. Entscheidend wird sein, wie effektiv die bereitgestellten Mittel in den kommenden Jahren umgesetzt werden.
