NRW-Regierung kehrt Verbrennern den Rücken – warum Elektroautos jetzt zurückstehen
Julian FrankeE-Auto weg - Finanzminister fährt wieder Diesel - NRW-Regierung kehrt Verbrennern den Rücken – warum Elektroautos jetzt zurückstehen
Nordrhein-Westfalens Landesregierung setzt vermehrt auf Verbrenner – Elektroautos verlieren an Zuspruch
In der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen vollzieht sich ein Wandel bei den Dienstfahrzeugen: Immer mehr Minister steigen von Elektro- auf Verbrennerautos um. Zuletzt tauschte Finanzminister Marcus Optendrenk seinen elektrischen BMW i7 gegen einen Diesel-Audi A8 L 50 TDI Quattro. Der Wechsel erfolgte aus praktischen Erwägungen, insbesondere wegen der Reichweite und der Anforderungen an Dienstreisen.
Optendrenks Entscheidung folgte auf Erfahrungen mit dem BMW i7, der ihm vor allem auf langen Fahrten Probleme bereitete – die Ladeinfrastruktur erwies sich als unzuverlässig. Sein neuer Audi, ein Dieselfahrzeug, bietet eine größere Reichweite ohne häufige Tankstopp-Zwischenhalte. Ministerpräsident Hendrik Wüst und Innenminister Herbert Reul nutzen weiterhin gepanzerte Dienstlimousinen, die aus Sicherheitsgründen nur mit Verbrennermotoren erhältlich sind.
Auch Bauministerin Ina Scharrenbach stieg auf ein Dieselmodell um und begründete dies mit ähnlichen Argumenten. Wissenschaftsministerin Ina Brandes und Europaminister Nathanael Liminski fahren bereits seit Längerem Diesel-Fahrzeuge für ihre Amtsgeschäfte. Trotz dieser Entwicklungen setzen sieben Minister – Mona Neubaur, Verena Schäffer, Karl-Josef Laumann, Dorothee Feller, Benjamin Limbach, Oliver Krischer und Silke Gorißen – weiterhin auf rein elektrische oder hybride Dienstwagen.
In den kommenden Monaten laufen mehrere Leasingverträge für die offiziellen Fahrzeuge aus. Einige Minister haben bereits neue Elektromodelle bestellt, während sich ein anderer für einen weiteren Diesel entschieden hat. Aus der Liste der Landesregierung geht hervor, dass nur noch sieben Kabinettsmitglieder rein elektrische oder Hybridfahrzeuge nutzen – welche Modelle es genau sind, bleibt jedoch ungenannt.
Der Trend unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen bei der Einführung von Elektroautos für den offiziellen Gebrauch, insbesondere bei Langstreckenfahrten. Mit den anstehenden Leasingverlängerungen könnte sich das Verhältnis zwischen Verbrennern und E-Autos im Kabinett erneut verschieben. Bis dahin bleiben praktische Überlegungen für die Fahrzeugwahl der Minister maßgeblich.
