NRW setzt auf OSINT: Wie die Polizei digitale Ermittlungen revolutioniert
Philipp SchulteNRW setzt auf OSINT: Wie die Polizei digitale Ermittlungen revolutioniert
Nordrhein-Westfalen stärkt digitale Kompetenzen der Polizei mit großem OSINT-Ausbau
Nordrhein-Westfalen treibt die digitalen Fähigkeiten seiner Polizeikräfte mit einer umfassenden Offensive im Bereich Open Source Intelligence (OSINT) voran. Ziel der Initiative ist es, die Ermittlungsbehörden besser darin zu unterstützen, Verdächtige im Netz aufzuspüren – darunter auch prominente Ziele wie einen gesuchten Influencer. In ganz NRW wurden mittlerweile Schulungsprogramme und spezialisierte Einheiten eingerichtet, um schnell auf dynamische Ermittlungslagen reagieren zu können.
Federführend bei dem Vorhaben sind Ausbilder wie Marc Restemeyer, ein 37-jähriger Beamter der Landesakademie für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten (LAFP). Er vermittelt OSINT-Techniken an Nachwuchskräfte beim Landeskriminalamt (LKA) sowie an Beamte der Digitalen Streifen, die in sechs regionalen Polizeibehörden angesiedelt sind und bei politisch brisanten Fällen ihr Fachwissen einbringen.
Eines der größten Teams hat seinen Sitz in Köln und wird von Swen Schubert geleitet. Seine Einheit umfasst 18 Planstellen, davon 16 Ermittler, die sich direkt mit Fallarbeit befassen. In Düsseldorf wiederum verantwortet Fabian Coenen die Abteilung 22.2 beim LKA, wo OSINT zur Aufklärung politisch motivierter Straftaten eingesetzt wird. Zu seinem Team gehört auch Laura Ellrich, eine 28-jährige Beamtin, die 2022 in den Staatsschutz wechselte.
Zu den ersten Absolventen der Digitalen Streifen zählt Jannik Doktorowski, ein 39-jähriger Kriminalhauptkommissar aus Bielefeld. Seit 2021 arbeitet er im Bereich Staatsschutz für Ostwestfalen und bringt seine Erfahrung nun in digitale Ermittlungen ein. Die sechs Spezialeinheiten konzentrieren sich auf schnelle Einsatzfähigkeit, insbesondere bei politisch angespannten Lagen.
OSINT nutzt öffentlich zugängliche Daten, vor allem aus sozialen Medien. Die Polizei setzt diese Methoden ein, um Verdächtige zu identifizieren, Netzwerke zu analysieren und Beweismaterial zu sammeln – ganz ohne auf geheime Quellen angewiesen zu sein.
Der Ausbau der OSINT-Kapazitäten in Nordrhein-Westfalen markiert einen Wandel im Umgang mit digitalen Bedrohungen. Mit spezialisierten Teams und Schulungsprogrammen ist die Polizei nun besser gerüstet, um schnell auf Online-Gefahren zu reagieren. Die Behörden erwarten, dass die neuen Fähigkeiten die Aufklärung politisch motivierter Straftaten und hochkarätiger Fälle deutlich verbessern werden.






