NRW stellt wegen Blitzeis den Schulunterricht ein – Eltern und Politik uneins
Philipp SchulteNRW stellt wegen Blitzeis den Schulunterricht ein – Eltern und Politik uneins
Schulen in ganz Nordrhein-Westfalen stellen am 12. Januar 2026 wegen extremer Glätte den Präsenzunterricht ein
An allen Schulen in Nordrhein-Westfalen (NRW) fiel am Montag, dem 12. Januar 2026, der Unterricht in Präsenz aus – Grund waren heftige Vereisungen. Das Bildungsministerium des Landes gab die Entscheidung am späten Sonntagabend bekannt, nachdem der Deutsche Wetterdienst (DWD) eine Unwetterwarnung herausgegeben hatte.
Die Schließungen erfolgten als Reaktion auf Vorhersagen von gefrierendem Regen und Blitzeis, die für Schüler auf dem Schulweg ein erhebliches Risiko darstellten. Bildungsministerin Dorothee Feller verteidigte den Schritt mit dem Hinweis, die Sicherheit der Kinder habe oberste Priorität.
Doch die kurzfristige Ankündigung stieß auf Kritik. Der Landeselternverband der Grundschulen monierte, Familien hätten mehr Vorlaufzeit benötigt, um die Kinderbetreuung zu organisieren. Auch die SPD hinterfragte den Zeitpunkt der Entscheidung und verwies darauf, dass diese früher hätte getroffen werden können. Die FDP lehnte die Schließungen grundsätzlich ab und argumentierte, weniger drastische Maßnahmen wie ein späterer Unterrichtsbeginn hätten ausgereicht. Unterdessen wies die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) auf die ungleichen Voraussetzungen beim Distanzunterricht hin: Viele Lehrkräfte seien nicht ausreichend darauf vorbereitet, spontan auf Online-Formate umzusteigen. Trotz der Kritik lobte die SPD Feller später dafür, dass sie durch die Umstellung auf Fernunterricht in der gefährlichen Wetterlage die Sicherheit der Kinder in den Vordergrund gestellt habe.
Die plötzliche Schließung brachte für Eltern, Lehrkräfte und Schüler den Alltag durcheinander. Während einige die kurze Vorlaufzeit bemängelten, betonten andere die Notwendigkeit, die Schüler vor den gefährlichen Verkehrsbedingungen zu schützen. Nun steht die Diskussion im Raum, ob künftige wetterbedingte Entscheidungen besser und frühzeitiger kommuniziert werden können.
