30 April 2026, 18:20

NRW will schwimmende Solaranlagen mit Reformen vorantreiben – doch Bundesregeln blockieren

Luftaufnahme einer Solaranlage mit Panelen in einem Feld, umgeben von Bäumen, Gras, Pflanzen und Wasser, mit einem Zug auf einer nahen Bahnstrecke.

NRW will schwimmende Solaranlagen mit Reformen vorantreiben – doch Bundesregeln blockieren

Nordrhein-Westfalen treibt große Reformen voran, um schwimmende Solaranlagen zu fördern

Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen setzt sich für weitreichende Änderungen ein, um den Ausbau von schwimmenden Photovoltaik-Projekten zu beschleunigen. Die Behörde hat Vorschläge eingereicht, um strenge Bundesvorschriften zu lockern – mit der Begründung, dass die aktuellen Regelungen die Entwicklung hemmen. Besonders Regionen wie der Niederrhein könnten nach Ansicht der Verantwortlichen großflächige Anlagen beherbergen, wenn die Restriktionen gelockert würden.

Im Januar präsentierte das Land seine Argumente dem Umweltminister Oliver Krischer (Grüne). Die Vorschläge zielen auf eine Überarbeitung von Paragraf 36 des Wasserhaushaltsgesetzes ab, der derzeit pauschale Grenzen für die Flächenabdeckung und Mindestabstände vorschreibt. Die Behörden kritisieren, dass diese Vorgaben unnötige Hürden schaffen und ökologische Vorteile für Gewässer nicht immer gewährleisten.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Das Land fordert flexiblere Ausnahmeregelungen, die auf einzelne Gewässer zugeschnitten sind. Zudem wird bemängelt, dass das aktuelle System unterschiedliche Umweltbedingungen nicht ausreichend berücksichtigt. Bei einer Genehmigung der Änderungen könnten Projekte wie das 5,6-Megawatt-Solarraft in Bislich – die größte von sechs bereits betriebene Anlagen in der Region – leichter realisierbar werden.

Um den Ausbau weiter zu unterstützen, führte Nordrhein-Westfalen Mitte Mai ein Förderprogramm für Agri-Photovoltaik und schwimmende Solaranlagen wieder ein. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund gestiegener Marktpreise für Solarstrom, die im Oktober 2025 fast sieben Cent pro Kilowattstunde erreichten – was solche Projekte wirtschaftlich attraktiver macht.

Die geplanten regulatorischen Anpassungen sollen Hindernisse für Projektentwickler abbauen und die Kapazitäten für schwimmende Solaranlagen ausweiten. Falls die Änderungen umgesetzt werden, wären größere Anlagen in geeigneten Gebieten möglich, ohne dass ökologische Schutzmaßnahmen vernachlässigt werden. Der Vorstoß des Landes ist Teil der bundesweiten Bestrebungen, den Ausbau erneuerbarer Energien in Deutschland zu beschleunigen.

Quelle