Nur 17 Prozent der Männer nutzen lebensrettende PSA-Tests zur Krebsfrüherkennung
Anton MeyerWann sollten Sie dringend einen Urologen aufsuchen - Nur 17 Prozent der Männer nutzen lebensrettende PSA-Tests zur Krebsfrüherkennung
Früherkennung von Krebs im Harntrakt und der Prostata bleibt für viele Männer eine Herausforderung. Zwar können regelmäßige urologische Untersuchungen Probleme aufdecken, bevor Symptome auftreten – doch nur ein kleiner Teil der Männer nimmt diese Vorsorgeangebote wahr. Neue Leitlinien empfehlen nun den PSA-Test als Hauptmethode zur Früherkennung von Prostatakrebs, doch die Teilnahmequoten variieren in Deutschland stark.
Viele Krebserkrankungen, die Hoden, Blase, Nierenbecken oder Harnleiter betreffen, zeigen im Frühstadium kaum Warnsignale. Deshalb sind Routineuntersuchungen entscheidend – doch laut Zahlen der Deutschen Krebshilfe lassen sich nur 17 Prozent der Männer regelmäßig vom Urologen untersuchen. Die Angst vor Eingriffen wie der digitalen rektalen Untersuchung hält viele davon ab, die Praxis aufzusuchen.
Ein einmaliger PSA-Test gilt mittlerweile als unzureichend. Ärzte raten nun, bereits ab Mitte 40 einen Basiswert zu ermitteln, um Veränderungen über die Jahre zu verfolgen. Bei Werten unter 1,5 ng/ml reicht ein Kontrollabstand von fünf Jahren, bei Werten zwischen 1,5 und 3 ng/ml sollte alle zwei Jahre getestet werden. Ergebnisse über 3 ng/ml oder ein rascher Anstieg können auf Prostatakrebs hindeuten.
In den vergangenen zehn Jahren sind die PSA-Testraten in Deutschland entweder stagniert oder sogar leicht zurückgegangen. Zwischen 2016 und 2025 ließen sich laut Daten des Zentrums für Krebsregisterdaten (ZfKD) und des Robert Koch-Instituts (RKI) nur 20 bis 25 Prozent der Männer über 45 jährlich testen. Regionale Unterschiede sind deutlich: Während in westdeutschen Bundesländern wie Bayern und Baden-Württemberg bis zu 30 Prozent der Männer teilnehmen, liegen die Quoten in ostdeutschen Ländern wie Sachsen und Thüringen bei nur 15 bis 20 Prozent.
Die aktualisierten Leitlinien setzen klar auf den PSA-Test als Standard-Screening-Methode, beginnend ab dem 40. Lebensjahr. Ohne regelmäßige Kontrollen bleiben Tumore im Harntrakt oder der Prostata oft bis in späte Stadien unentdeckt. Die aktuellen Zahlen zeigen: Noch immer verzichten viele Männer auf diese potenziell lebensrettenden Untersuchungen.
