Ökumenischer Friedensdialog in Münster sucht Wege zur Versöhnung nach Kriegen
Philipp SchulteÖkumenischer Friedensdialog in Münster sucht Wege zur Versöhnung nach Kriegen
Vierter Ökumenischer Friedensdialog am 23. Oktober im Erbdrostenhof Münster
Der vierte Ökumenische Friedensdialog findet am 23. Oktober im Erbdrostenhof in Münster statt. Die diesjährige Veranstaltung, die von Oberbürgermeister Markus Lewe unterstützt wird, widmet sich den Herausforderungen der Versöhnung nach Kriegen. Zwei renommierte Menschenrechtsaktivisten – die russische Historikerin Dr. Irina Scherbakowa und der ukrainische Aktivist Myroslav Marynovych – werden die Diskussion leiten.
Der jährliche Dialog, organisiert von der Deutschen Kommission Justitia et Pax und der Evangelischen Friedensarbeit, wechselt zwischen Münster und Osnabrück. Das diesjährige Thema "Voraussetzungen und Grenzen von Versöhnungsprozessen nach Kriegen" spiegelt aktuelle Konflikte und ihre Folgen wider. Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr; die Diskussion wird von Dr. Jörg Luer moderiert.
Dr. Irina Scherbakowa ist Mitbegründerin von Memorial, der mit dem Friedensnobelpreis 2022 ausgezeichneten Organisation, die in Russland inzwischen verboten ist. Die Behörden warfen der Gruppe "Extremismus" vor und zwangen sie zur Schließung ihrer Aktivitäten im Land, während ihre Arbeit im Ausland fortgesetzt wird. Myroslav Marynovych, Präsident des Instituts für Religion und Gesellschaft an der Ukrainischen Katholischen Universität Lwiw, wird als weiterer Redner teilnehmen.
Auch Bischof Friedrich Kramer und Erzbischof Dr. Udo Markus Bentz werden an den Gesprächen mitwirken. Ziel der Veranstaltung ist es, zu ergründen, wie Gesellschaften nach Gewalt Heilung finden können – basierend auf den Erfahrungen der Referenten in den Bereichen Menschenrechte und Konfliktlösung.
Der Dialog bringt Expertinnen und Experten aus Ländern zusammen, die tief von Krieg geprägt sind. Ihre Einsichten könnten künftige Versöhnungsbemühungen in Europa und darüber hinaus prägen. Die Veranstalter hoffen, dass der Abend das Verständnis fördert und konkrete Schritte hin zu einem dauerhaften Frieden anregt.
