24 January 2026, 00:22

Ökumenisches Gedenken in Duisburg: 81 Jahre nach der Befreiung Auschwitz’

Eine große Anzahl rechteckiger Betonplatten in verschiedenen Höhen, die in einem Gittermuster auf einem geneigten Feld angeordnet sind, mit einer ernsten Atmosphäre, die das Holocaust-Mahnmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin, Deutschland, darstellt.

Ökumenisches Gedenken in Duisburg: 81 Jahre nach der Befreiung Auschwitz’

Ökumenischer Gottesdienst in Duisburg gedenkt der Befreiung Auschwitz’ vor 81 Jahren

Am 25. Januar 2025 findet in Duisburg ein ökumenischer Gottesdienst statt, um an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz vor 81 Jahren zu erinnern. Die Veranstaltung beginnt um 16:00 Uhr in der Salvatorkirche und würdigt die Opfer des Nationalsozialismus, während sie sich zugleich mit den Themen Gerechtigkeit und Verantwortung auseinandersetzt – veranschaulicht durch eine ungewöhnliche Gerichtsverhandlung als szenische Darstellung.

Schülerinnen und Schüler des Landfermann-Gymnasiums, einer „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, führen dabei den fiktiven Prozess gegen Johannes Kühnemann auf, einen NS-Täter, dem multiple Morde in Auschwitz zur Last gelegt werden. Mit ihrer Inszenierung wollen sie zur Reflexion anregen: Wie hätte Gerechtigkeit nach solchen Verbrechen aussehen können?

Im Mittelpunkt des Gedenkgottesdienstes stehen die Befreiung Auschwitz’ 1945 und die bis heute andauernde Auseinandersetzung mit der Aufarbeitung von Schuld. Stadtdechant Pastor Andreas Brocke, Pastor Martin Winterberg und Pfarrerin Sarah Süselbeck werden in ihrer Predigt Gerechtigkeit, Verantwortung und Wiedergutmachung thematisieren – Aspekte, die sie als drängend wie eh und je betrachten. Süselbeck lobte besonders das Engagement der Jugendlichen für das Projekt.

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Während der Veranstaltung rekonstruieren die Schülerinnen und Schüler eine Gerichtsverhandlung, in der die fiktive Figur Johannes Kühnemanns vor Gericht steht. Die Inszenierung fordert die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf, sich mit der Frage auseinanderzusetzen: „Wie hätte ich Gerechtigkeit walten lassen?“ Durch die Perspektiven von Opfern und Zeugen wollen die Jugendlichen ein tieferes Verständnis für die moralischen Abgründe des Holocaust vermitteln. Die Wahl der Salvatorkirche als Veranstaltungsort unterstreicht den ökumenischen Charakter der Zusammenkunft, die verschiedene Glaubensgemeinschaften vereint. Die Organisatoren haben den Gottesdienst bewusst als würdevolles Gedenken und zugleich als aktiven Aufruf gestaltet, sich historischen wie aktuellen Ungerechtigkeiten zu stellen.

Den Abschluss bildet eine Diskussion über die bis heute nachwirkenden Folgen des Holocaust und die Rolle der jüngeren Generation bei der Bewahrung seiner Erinnerung. Durch die szenische Darstellung der Schülerinnen und Schüler sowie die Predigt der Geistlichen sollen die Besucherinnen und Besucher mit einem geschärften Bewusstsein für die Last der Vergangenheit auf die Gegenwart nach Hause gehen. Die Veranstaltung zeigt zudem, wie Schulen wie das Landfermann-Gymnasium durch Aufklärung über Rassismus und Zivilcourage wirken.