17 March 2026, 02:13

Pharmakonzern zwischen Roundup-Klagen und Kerendia-Erfolg an der Börse

Ein altes Buch mit einer Zeichnung eines Thermometers, das mit "Bayer Thermometer Patent No. 263,649" beschriftet ist.

Pharmakonzern zwischen Roundup-Klagen und Kerendia-Erfolg an der Börse

Ein großer Pharmakonzern steht aufgrund anhaltender Klagen gegen sein Unkrautvernichtungsmittel Roundup unter finanzieller Belastung. Trotz dieses Drucks verzeichnet die Arzneimittelsparte des Unternehmens mit Kerendia, einem Medikament zur Behandlung chronischer Nierenerkrankungen, Fortschritte. Nach den jüngsten klinischen Ergebnissen stiegen die Aktienkurse um 4,71 % auf 40,25 Euro.

Das Präparat Finerenon (Handelsname Kerendia) hat kürzlich in einer Phase-III-Studie mit dem Namen FIND-CKD überzeugt. Die Studie zeigte eine signifikante Verbesserung der Nierenfunktion bei Erwachsenen mit nicht-diabetischer chronischer Nierenerkrankung im Vergleich zu einem Placebo. Dieser Erfolg ebnet den Weg für eine erweiterte Zulassung durch die US-Arzneimittelbehörde FDA, wobei eine entsprechende Einreichung in Kürze geplant ist.

Die anhaltenden juristischen Auseinandersetzungen belasten das Unternehmen weiterhin. Im Geschäftsjahr 2025 verzeichnete der Konzern einen Nettoverlust von 3,6 Milliarden Euro und häufte Netto-Schulden in Höhe von fast 30 Milliarden Euro an – größtenteils bedingt durch Prozesskosten. Investoren richten ihren Blick nun auf zwei zentrale Entwicklungen: ein Urteil des US-Supreme Courts zu Warnhinweisen auf Roundup, das für Mitte Juni 2026 erwartet wird, sowie eine Regierungsverordnung zur Sicherung der Glyphosat-Versorgung.

Der Supreme Court wird am 1. April 2026 – demselben Tag wie die Hauptversammlung des Unternehmens – mündliche Verhandlungen im Fall der Warnhinweise führen. Auf der Versammlung stimmen die Aktionäre über eine vorgeschlagene Dividende von 0,11 Euro pro Aktie ab.

Die geplante Erweiterung der Zulassung für Kerendia könnte dem Medikament den Zugang zu einem deutlich größeren Markt ermöglichen. Gleichzeitig bleibt die finanzielle Performance des Unternehmens eng mit den juristischen Ergebnissen verknüpft, insbesondere mit der Entscheidung des Supreme Courts zu Roundup. Die kommenden Monate werden sowohl für das pharmazeutische Wachstum als auch für die Rechtsstrategie des Konzerns entscheidend sein.

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