Politiker glänzen bei der Aachener Karnevalsgala mit scharfem Witz und Selbstironie
Lina SchmidtPolitiker glänzen bei der Aachener Karnevalsgala mit scharfem Witz und Selbstironie
Die 76. Aachener Karnevalsgala feierte Humor in der Politik mit frechen Witzen und schlagfertigen Reden
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) stand im Mittelpunkt der Veranstaltung und erhielt den Orden gegen tödlichen Ernst – verkleidet als Astronautin. Bei der Gala tauschten Politiker verschiedener Lager vor begeistertem Publikum lockere Spitzen aus.
Bär nahm die Auszeichnung in einem silbernen Raumanzug entgegen und scherzte, die Dunkelheit des Weltalls erinnere sie an einen CSU-Parteitag. Besonders gelacht wurde über ihren Vorschlag, CSU-Chef Markus Söder mit einer Mondrakete ins All zu schicken. Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) lobte sie später als erfrischende Stimme in ihrer Partei und rief aus: "Wir brauchen mehr Bär" – für eine hellere politische Zukunft.
Auch CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann sorgte mit selbstironischem Humor für Stimmung. Er nahm seine eigene Partei auf die Schippe, stichelte sogar gegen den früheren Kanzlerkandidaten Armin Laschet. Moderator Guido Cantz, der gemeinsam mit AKV-Präsident André Freese durch den Abend führte, punktete derweil mit scharfem politischen Witz.
Die ehemalige Grünen-Co-Vorsitzende Ricarda Lang erschien in einem Alien-Kostüm und mahnte zur Einheit unter Demokraten. Neben Auftritten der Aachener Karnevalsgrößen sorgte auch die Kölner Band Kasalla für Stimmung. Der AKV verleiht den Orden für Humor und Menschlichkeit im Amt seit 1950 – früher erhielten ihn etwa Konrad Adenauer oder Annalena Baerbock.
Der Abend verband Satire mit kollegialer Leichtigkeit und zeigte Politiker einmal ungeschminkt. Bärs Auszeichnung und die heiteren Wortgefechte unterstrichen die Karnevalstradition, Politik mit Humor zu verbinden. Zum Abschluss blieb die Erinnerung: Selbst in ernsten Debatten darf der leichtere Ton nicht fehlen.
