26 April 2026, 16:16

Politisch motivierte Kriminalität in Bielefeld steigt um 32 % – Extremismus verlagert sich ins Netz

Eine Gruppe von Menschen mit einem Transparent, auf dem 'Öffnet die Grenzen, rettet Leben, kämpft gegen Faschismus' steht, vor einem Gebäude mit Glasfenstern und einem Mast, mit einem Fahrrad und einer Tasche auf der Straße.

Politisch motivierte Kriminalität in Bielefeld steigt um 32 % – Extremismus verlagert sich ins Netz

Polizeipräsidentin Dr. Sandra Müller-Steinhauer hat den Jahresbericht 2024 zu politisch motivierter Kriminalität (PMK) für den Zuständigkeitsbereich der Bielefelder Polizei veröffentlicht. Die Zahlen zeigen einen deutlichen Anstieg der Straftaten – die Vorfälle nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 32,2 % zu.

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Der Bericht verweist auf wachsende Besorgnis über extremistische Aktivitäten im Internet, insbesondere über soziale Medien und Gaming-Plattformen. 2024 stieg die Zahl der PMK-Straftaten auf 1.163 (2023: 880). Davon wurden 56 als antisemitisch eingestuft, 99 als Hasspostings. Mehr als die Hälfte der Hasspostings (50,4 %) stand im Zusammenhang mit rechtsextremen Motiven.

Die Verbreitung extremistischer Ideologien in der Region Ostwestfalen-Lippe (OWL) verlagert sich zunehmend in digitale Räume. Straftaten im Zusammenhang mit sozialen Netzwerken nahmen um 72,9 % zu – von 96 im Jahr 2023 auf 166 im Jahr 2024. Trotz des Anstiegs der Fallzahlen blieb die Aufklärungsquote mit 36,54 % stabil und entspricht damit dem Durchschnitt der Jahre 2019 bis 2023.

Ein positiver Trend ist der deutliche Rückgang gewalttätiger PMK-Delikte: Sie sanken von 58 im Jahr 2023 auf nur noch 22 im Jahr 2024 – ein Minus von 62 %. Der vollständige Bericht ist auf der Website der Bielefelder Polizei abrufbar; Medienanfragen richten sich an den Führungsstab der Polizeidirektion.

Der Bericht 2024 unterstreicht den Anstieg politisch motivierter Kriminalität, insbesondere in digitalen Räumen. Zwar gingen gewalttätige Straftaten zurück, doch bleiben Hassrede und extremistische Inhalte eine zentrale Herausforderung. Die konstante Aufklärungsquote deutet auf kontinuierliche Ermittlungsbemühungen hin.

Quelle