Protest gegen Atommüll-Transport: 100 Demonstranten blockieren A2-Brücken in Bottrop
Lina SchmidtProtest gegen Atommüll-Transport: 100 Demonstranten blockieren A2-Brücken in Bottrop
Rund 100 Atomkraftgegner werden an diesem Wochenende in Bottrop auf die Straße gehen, um gegen den Transport von radioaktivem Abfall zu protestieren. Die Demonstration beginnt am Samstag um 11:00 Uhr in der Nähe der Autobahn A2 in Bottrop-Süd und richtet sich gegen geplante Transporte hochradioaktiven Materials vom Forschungszentrum Jülich nach Ahaus. Die Veranstalter haben unter dem Motto "Hochradioaktiver Atommüll gehört nicht auf die Autobahn" auf ihre Bedenken aufmerksam gemacht.
Ursprünglich hatte die Polizei die Überquerung von Brücken über die A2 aus Sicherheitsgründen untersagt. Die Organisatoren legten Widerspruch ein und argumentierten, dass die geplante Route durch das Wohngebiet Bottrop-Fuhlenbrock entscheidend für die Sichtbarkeit des Protests sei. In einer Eilentscheidung gab das Gericht den Demonstranten schließlich recht und erlaubte den Marsch über die Brücken.
Aktivisten warnen seit Langem vor den Risiken des Atomtransports auf der A2. Sie verweisen auf eine große Baustelle und marode Brückenkonstruktionen als zusätzliche Gefahrenquellen. Die Transporte, die vom Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) am 25. August 2025 genehmigt wurden, waren zuvor vom Verwaltungsgericht Berlin bestätigt worden – nachdem es einen Eilantrag des Umweltverbandes BUND abgelehnt hatte. Die Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) hatte die Transportgenehmigungen beantragt, um Castor-Behälter von Jülich nach Ahaus zu verbringen. Die Protestierenden fordern die Abschaffung der Transporte und verweisen auf mögliche Gefahren für die Anwohner.
Die Demonstration kann nun wie geplant stattfinden und wird die A2-Brücken überqueren. Mit etwa 100 angemeldeten Teilnehmern soll der Marsch die anhaltende Debatte über die Logistik von Atommülltransporten in den Fokus rücken. Zwar ermöglicht die Gerichtsentscheidung den Protest, doch der Streit über die Sicherheit der Transporte bleibt ungelöst.
