Proteste gegen geplante Flüchtlingsunterkunft in Ratingen eskalieren vor Informationsabend
Julian FrankeProteste gegen geplante Flüchtlingsunterkunft in Ratingen eskalieren vor Informationsabend
Geplante Migration-Unterkunft in Ratingen stößt auf starken Widerstand der Anwohner
Die Stadt Ratingen kündigte eine neue Flüchtlingsunterkunft erst zehn Tage vor einer Informationsveranstaltung an – zu wenig Zeit für eine ausreichende Vorbereitung. Rund 100 Bürger nahmen an der Veranstaltung teil, um ihre Bedenken gegen das Vorhaben zu äußern.
Die Unterkunft in einem Gewerbegebiet an der Gothaer Straße soll 60 alleinstehende Männer im Alter von 20 bis 63 Jahren aufnehmen, überwiegend anerkannte Flüchtlinge aus Syrien und Afghanistan. Jeder Bewohner erhält ein eigenes Zimmer. Fast die Hälfte der Männer ist bereits berufstätig, weitere 30 Prozent nehmen an Integrationsprogrammen teil.
Die rechtspopulistische AfD hatte die Anwohner zur Informationsveranstaltung unter dem Titel "Unterbringung von Flüchtlingen an der Gothaer Straße" mobilisiert. Etwa 100 Menschen erschienen, viele äußerten Sorgen über die Auswirkungen auf das Viertel. Teile von Ratingen-West gelten bereits als sozialer Brennpunkt, wo hohe Zuwanderungszahlen die lokalen Strukturen belasten. Die neue Containerunterkunft soll bestehende Einrichtungen entlasten, indem sie zusätzlichen Platz für anerkannte Flüchtlinge bietet. Bisher steht jedoch noch keine Organisation fest, die die Bewohner nach dem Einzug unterstützt.
Die Wiedereröffnung der Unterkunft hat die Spannungen in der Gemeinde verschärft. Zwar bietet sie Wohnraum für arbeitswillige und integrierte Flüchtlinge, doch bleiben lokale Bedenken wegen der Standortwahl in einem ohnehin belasteten Gebiet bestehen. Bis Februar hat die Stadt noch keine offiziellen Betreuungsangebote für die künftigen Bewohner bekannt gegeben.
