Razzien bei Köppern: Verdacht auf Umgehung von EU-Sanktionen über Kasachstan
Lina SchmidtUmgehen von Russland-Sanktionen? Ermittler durchsuchen Fabrik - Razzien bei Köppern: Verdacht auf Umgehung von EU-Sanktionen über Kasachstan
Deutsche Behörden haben an mehreren Standorten des Maschinenbauunternehmens Köppern Durchsuchungen durchgeführt. Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen Verdachtsfälle auf Verstöße gegen EU-Sanktionen im Zusammenhang mit Lieferungen im Millionenwert nach Europa. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob das Unternehmen Ausrüstung an ein zentralasiatisches Unternehmen geliefert hat, die möglicherweise nach Russland umgelenkt wurde.
Am Dienstag durchsuchten Zollfahnder die Geschäftsräume von Köppern in Hattingen (Nordrhein-Westfalen) und Freiberg (Sachsen). Die Staatsanwaltschaft Essen bestätigte die Aktion im Rahmen des Außenwirtschaftsgesetzes. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, gegen EU-Sanktionen verstoßen zu haben, die mit dem Ukraine-Krieg zusammenhängen.
Köppern, ein Spezialist für Walzenpressen zur Düngemittelherstellung, soll laut Ermittlern Ausrüstung an Kazphosphate geliefert haben, einen großen Phosphatdüngerproduzenten in Kasachstan. Die Behörden vermuten, dass die im Wert von mehreren Millionen Euro stehenden Maschinen nach Indien weitergeleitet wurden. Die EU verbietet die Ausfuhr bestimmter Industriekomponenten an russische Unternehmen.
Das Unternehmen erklärte, es kooperiere vollumfänglich mit den Ermittlungen. Zudem betonte Köppern, dass interne Prüfungen bisher keine Hinweise auf Verstöße gegen das Außenwirtschaftsgesetz ergeben hätten.
Der Fall bleibt weiterhin Gegenstand der Ermittlungen, während die Staatsanwaltschaft prüft, ob die Lieferungen von Köppern gegen die Sanktionen verstoßen. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, könnte dies rechtliche Konsequenzen für das Unternehmen nach sich ziehen. Weitere Details zur laufenden Untersuchung wurden von den Behörden nicht bekannt gegeben.
