25 April 2026, 00:19

"Recht auf Reparatur": Warum das neue Gesetz an der Realität scheitern könnte

Eine Europa-Karte mit dem Logo des Europäischen Umweltbüros in der linken oberen Ecke, die in verschiedenen Grüntönen schattiert ist, um die EU-Regionen anzuzeigen.

"Recht auf Reparatur": Warum das neue Gesetz an der Realität scheitern könnte

Ein neues "Recht auf Reparatur"-Gesetz soll die Art und Weise verändern, wie Elektro- und Haushaltsgeräte instand gesetzt werden. Das Gesetz zielt darauf ab, Reparaturen für Verbraucher einfacher und erschwinglicher zu gestalten. Doch erste Anzeichen deuten darauf hin, dass es möglicherweise nicht für alle Beteiligten wie geplant funktionieren wird.

Die Regelung verpflichtet Hersteller, auch nach Ablauf der Garantie Reparaturen zu fairen Preisen anzubieten. Dadurch sollen Kunden davon abgehalten werden, bei Defekten gleich neue Geräte zu kaufen. Eine aktuelle Studie zeigt jedoch, dass mehrere Herausforderungen bevorstehen.

Die meisten Verbraucher empfinden Reparaturkosten bereits jetzt als zu hoch – 70 % geben an, sie würden lieber ein neues Gerät kaufen, als ein altes reparieren zu lassen. Im Durchschnitt sind Verbraucher nur bereit, bis zu 22 % des ursprünglichen Neupreises für eine Reparatur zu zahlen. Gleichzeitig erwarten 68 % der Händler, dass die Reparaturkosten steigen werden, und zwar aufgrund teurerer Ersatzteile und höherer Personalkosten.

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Auch die Händler sehen sich mit praktischen Schwierigkeiten konfrontiert: Rund 74 % räumen ein, dass ihnen die qualifizierten Fachkräfte fehlen, um den erhöhten Reparaturbedarf zu bewältigen. Viele Hersteller teilen diese Bedenken – 63 % gehen davon aus, dass Reparaturen für Kunden teurer werden. Als Gründe nennen sie den zusätzlichen Personalbedarf und die Kosten für die Lagerung von Ersatzteilen.

Unklar bleibt, wie sich die Preise für Neugeräte entwickeln werden. Während 62 % der Händler glauben, dass neue Geräte teurer werden, um die Reparaturkosten auszugleichen, stimmen dem nur 37 % der Hersteller zu. Diese Uneinigkeit deutet auf Unsicherheit hin, wie sich der Markt anpassen wird.

Das "Recht auf Reparatur"-Gesetz soll Abfall reduzieren und Verbrauchern Geld sparen. Doch steigende Reparaturkosten und begrenzte Kapazitäten der Händler könnten diese Ziele erschweren. Wenn Reparaturen teurer werden, könnten sich noch weniger Menschen dafür entscheiden – und stattdessen lieber Neugeräte kaufen. Damit stünde der Erfolg der Regelung infrage.

Quelle