Regierungsflieger: 700 Leerflüge sorgen für Kritik an mangelnder Effizienz
Lina SchmidtRegierungsflieger: 700 Leerflüge sorgen für Kritik an mangelnder Effizienz
Neue Zahlen zeigen, dass deutsche Regierungsvertreter zwischen Mai und Dezember 2025 insgesamt 488 Flüge unternommen haben. Die auf Anfrage des Linken-Politikers Dietmar Bartsch veröffentlichten Daten weisen zudem 700 sogenannte "Positionierungsflüge" aus – Leerflüge ohne Passagiere. Bartsch kritisierte die hohe Zahl der unnötigen Leerfahrten als verschwendungsintensiv.
Die Statistik umfasst Flüge von Bundeskanzler, Kabinettsmitgliedern und Bundespräsident. Von den 488 Passagierflügen entfielen 106 auf den Kanzler, während der Bundespräsident 66 Flüge nutzte. Das Auswärtige Amt folgte mit 96 Flügen auf Platz zwei. Das Agrarministerium verzeichnete mit nur zwei Flügen die geringste Nutzung aller Ressorts.
Bartsch verwies auf das Missverhältnis zwischen Passagier- und Leerflügen: 700 Positionierungsflüge stünden 500 Passagierreisen gegenüber. Er bezeichnete die weiterhin in Köln stationierte Flugbereitschaft als "teuren strukturellen Fehler", da Berlin seit über 30 Jahren Hauptstadt sei.
Als Konsequenz forderte Bartsch mehr Zurückhaltung beim Einsatz der Regierungsflieger. Stattdessen sollten Beamte auf Linienflüge oder die Bahn ausweichen, um unnötige Kosten zu sparen.
Die Daten offenbaren eine hohe Zahl an Leerflügen neben den offiziellen Dienstreisen. Mit 700 Positionierungsflügen stellen sich Fragen nach Effizienz und Haushaltsdisziplin. Bartschs Kritik zielt auf mögliche Reformen im staatlichen Luftverkehrsmanagement ab.
