Rewe-Chef Souque attackiert Markenhersteller wegen stabiler Schokoladenpreise trotz sinkender Kakaokosten
Philipp SchulteRewe-Chef Souque attackiert Markenhersteller wegen stabiler Schokoladenpreise trotz sinkender Kakaokosten
Rewe-Chef Lionel Souque hat große Lebensmittelmarken scharf kritisiert, weil diese ihre Preise trotz sinkender Rohstoffkosten nicht senken. Seine Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Supermarktkette selbst ihre Preispolitik anpasst – als Reaktion auf Änderungen der Mehrwertsteuer und Marktverwerfungen. Als zentrales Beispiel nannte Souque Schokolade.
Er verwies darauf, dass die Kakaopreise in den letzten Monaten deutlich gefallen seien. Dennoch hätten Hersteller wie Lindt und Mondelez ihre Preise stabil gehalten. Besonders hervorgehoben wurde die Milka-Alpenmilch-Tafel, deren Gewicht reduziert wurde, während der Preis stieg.
Rewe hingegen geht bei den Eigenmarken einen anderen Weg: Der Händler senkte den Preis seiner 100-Gramm-Einstiegstafel Schokolade zunächst auf 89 Cent, später sogar auf 79 Cent. Souque erklärte, das Unternehmen werde Steuerersparnisse im Schnitt an die Kundschaft weitergeben – betonte aber, dass nicht jedes Produkt günstiger werde.
Der Vorstandsvorsitzende forderte die Markenhersteller auf, bei der Preisgestaltung die gesamte Produktpalette zu berücksichtigen, statt sich auf Einzelprodukte zu konzentrieren. Seine Aussagen spiegeln eine grundsätzliche Debatte wider: Wie reagieren Hersteller auf schwankende Rohstoffkosten und Steuerreformen?
Souques Kritik setzt die großen Marken unter Druck, ihre Preispolitik transparenter anzupassen. Rewes eigene Preissenkungen bei der Handelsmarke zeigen eine alternative Strategie im Umgang mit Kostenschwankungen. Die Diskussion unterstreicht die anhaltenden Spannungen zwischen Einzelhandel und Industrie über faire Verbraucherpreise.






