Rückgang der Verletzungen im Fußball – doch Pyro-Vorfälle explodieren um 73 Prozent
Philipp SchulteRückgang der Verletzungen im Fußball – doch Pyro-Vorfälle explodieren um 73 Prozent
Verletzungen in Deutschlands Top-Fußballligen gehen zurück
Die Zahl der Verletzungen im Zusammenhang mit den drei höchsten deutschen Fußball-Profiligen ist in der vergangenen Saison gesunken. Insgesamt wurden an Spieltagen 1.107 Menschen verletzt – weniger als im Vorjahr. Trotz des Rückgangs der Vorfälle fordern Behörden strengere Maßnahmen.
In der Spielzeit 2023/24 waren noch 1.338 Verletzungen registriert worden, doch die aktuelle Zahl sank um 231 – ein Rückgang um 17 Prozent. Trotz dieser Verbesserung bezeichnete Herbert Reul, Innenminister von Nordrhein-Westfalen, die Zahlen als "inakzeptabel". Selbst 1.000 Verletzungen in einer einzigen Saison seien "viel zu hoch", betonte er.
Gleichzeitig stieg die Zahl der Verstöße im Umgang mit Pyrotechnik jedoch stark an. Die gemeldeten Fälle von Missbrauch kletterten um 73 Prozent auf 4.783 Vorfälle. Reul forderte schärfere Strafen und drängte die Vereine, gewalttätige Störer konsequent aus Stadien und Tribünen zu verbannen.
Fangruppen kritisieren indes die Fokussierung auf Gewalt. Unsere Kurve e.V., ein bundesweiter Zusammenschluss von Fans, wies Vorwürfe einer "um sich greifenden Gewalt" zurück. Die Organisation argumentiert, schwere Vorfälle seien selten, und Fans würden oft pauschal zu Unrecht beschuldigt. Zudem warf sie Medien und Politik vor, Risiken zu dramatisieren, statt Daten sachlich auszuwerten.
Der Rückgang der Verletzungen deutet auf Fortschritte bei der Stadion-Sicherheit hin. Doch der Anstieg von Pyrotechnik-Missbrauch und die anhaltenden Debatten über das Fanverhalten zeigen, dass die Herausforderungen bestehen bleiben. Vereine und Behörden stehen nun vor der Aufgabe, Sicherheit und faire Behandlung der Anhänger in Einklang zu bringen.
