RWE setzt auf globale Projekte – trotz Energiewende-Hürden in Deutschland
Julian FrankeRWE-Chef Krebber: Netzausbau wird zum Problem - RWE setzt auf globale Projekte – trotz Energiewende-Hürden in Deutschland
RWE-Chef Markus Krebber hat erklärt, dass eine Verlangsamung des Ausbaus erneuerbarer Energien in Deutschlandkeinerlei Auswirkungen auf das Unternehmen hätte. Trotz der Herausforderungen im Inland treibt der Energiekonzern weltweit große Projekte voran – darunter großflächige Offshore-Windparks und Solarinitiativen in Europa und darüber hinaus.
RWE baut sein Portfolio an erneuerbaren Energien mit mehreren prestigeträchtigen Vorhaben aus. In Großbritannien arbeitet das Unternehmen mit KKR an den Offshore-Windparks Norfolk Vanguard Ost und West mit einer Gesamtleistung von 6,9 Gigawatt. Ein weiteres britisches Projekt, Dogger Bank Süd, wird in Kooperation mit Masdar 3 Gigawatt hinzufügen. In Deutschland investiert RWE unterdessen in Batteriespeicher, darunter eine 400-Megawatt-Anlage in Lingen und ein ähnliches Projekt in Gundremmingen.
Krebber nannte Engpässe im Stromnetz als Haupthemmnis für die deutsche Energiewende. Neue Rechenzentren und Kraftwerke müssen mit langen Wartezeiten für Netzanbindungen rechnen, was Projektzeitpläne gefährdet. Zwar würde RWE lieber weiterhin im Inland investieren, doch das Unternehmen ist bereit, den Fokus ins Ausland zu verlagern, sollten sich die Rahmenbedingungen nicht verbessern.
Der Vorstandsvorsitzende betonte, dass ein schnellerer und kostengünstigerer Netzausbau entscheidend für die Energiezukunft Deutschlands sei. Gleichzeitig machte er deutlich, dass RWEs globale Strategie das Unternehmen vor lokalen Rückschlägen schütze.
Die internationalen Projekte des Konzerns – von britischen Windparks bis zu deutschen Batteriespeichern – unterstreichen seinen Wachstumskurs über nationale Grenzen hinweg. Dank seiner Flexibilität können Verzögerungen in Deutschland die Expansionspläne von RWE nicht aus dem Takt bringen. Vorerst bleiben die Netzkapazitäten jedoch das größte Hindernis für den deutschen Energiesektor.
