Sexismus-Vorwürfe gegen Druckfrisch: Warum Autorinnen Denis Schecks Kritik anprangern
Philipp SchulteSexismus-Vorwürfe gegen Druckfrisch: Warum Autorinnen Denis Schecks Kritik anprangern
Eine hitzige Debatte über Sexismus ist um die Literatursendung Druckfrisch des ARD entbrannt. Im Mittelpunkt der Kritik steht der Rezensent Denis Scheck, dessen scharfe Urteile über Autorinnen auf massive Gegenwehr stoßen. Die Schriftstellerinnen Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy haben seine Äußerungen öffentlich als ungerecht und diskriminierend verurteilt.
Ausgelöst wurde der Streit, als Scheck Passmanns Buch als "Pegelstandsberichte aus den Flachzonen eines trüben Bewusstseins" abtat. Passmann konterte, seine Kritik sei "nicht nur grausam, sondern vor allem sexistisch". Ähnlich bezeichnete er von Kürthys Bestseller als "Geklatsch aus dem Damentoilettenbereich einer Hochzeit" – eine Bemerkung, die sie später in einem veröffentlichten Essay aufgriff.
Schecks Rezensionen sind oft von einer theatralischen Geste geprägt: Bücher, die ihm missfallen, wandern durch eine Rutsche in den Müll. Dieser Stil spaltet seit Langem das Publikum, doch die aktuelle Kritik zielt auf eine wahrgenommene geschlechtsspezifische Voreingenommenheit. Die Autorin Elke Heidenreich schloss sich der Debatte an und hinterfragte sowohl Schecks Vorgehen als auch die Rolle des ARD, das dies ermöglicht.
Der Sender verteidigte Druckfrisch und betonte, das Geschlecht eines Autors spiele bei der literarischen Bewertung keine Rolle. Zudem distanzierte sich der ARD in einer Stellungnahme ausdrücklich von Frauenfeindlichkeit in der Sendung.
Der Konflikt zeigt die Spannungen zwischen scharfer Literaturkritik und Vorwürfen der Befangenheit. Die Verteidigung des Programms durch den ARD hat die Forderungen nach einer Überprüfung von Schecks Methoden nicht zum Verstummen gebracht. Durch die öffentlichen Stellungnahmen von Passmann und von Kürthy bleibt das Thema weiterhin präsent.






