Solingen baut Schlaganfallversorgung aus – doch Zeit und Geld drängen
Solinger Städtisches Klinikum erweitert medizinisches Angebot nach Kehrtwende der Kplus Gruppe bei Schlaganfall-Versorgung
Das Städtische Klinikum Solingen wird seine medizinischen Dienstleistungen ausbauen, nachdem die Kplus Gruppe ihre Pläne fallen ließ, die Schlaganfallbehandlung nach Hilden zu verlegen. Die Entscheidung wird als wichtiger Fortschritt für die lokale Gesundheitsversorgung begrüßt. Doch nun steht das Krankenhaus vor der dringenden Aufgabe, in Rekordzeit eine neue neurologische Abteilung – inklusive einer Stroke Unit – aufzubauen.
Die Vorsitzende der SPD-Fraktion, Iris Preuß-Buchholz, lobte das Ergebnis, kritisierte jedoch scharf die Geschäftsführung der Kplus Gruppe für ihr Vorgehen in der Angelegenheit. Gleichzeitig forderte sie die Landesregierung auf, sich finanziell an den mehrmillionen Euro teuren Investitionen in die Solinger Gesundheitsversorgung zu beteiligen.
Die Kehrtwende der Kplus Gruppe bei der Verlegung der Schlaganfallversorgung wurde von lokalen Verantwortungsträgern mit Erleichterung aufgenommen. Preuß-Buchholz bezeichnete den Schritt als „positiven Fortschritt für Solingen und den südlichen Kreis Mettmann“. Sie betonte, dass die Beibehaltung der Schlaganfallbehandlung in der Stadt den Bürgerinnen und Bürgern längere Anfahrtswege in Notfällen erspare.
Laut Preuß-Buchholz erfülle das Städtische Klinikum bereits hohe Standards in Diagnostik und Behandlung. Dennoch stelle der plötzliche Bedarf, eine komplett neue neurologische Abteilung mit Stroke Unit einzurichten, „eine riesige Herausforderung“ dar, die zügig bewältigt werden müsse.
In ihrer Kritik an der Kplus-Führung hielt Preuß-Buchholz nicht zurück und bezeichnete deren Aussagen als „peinlich und empörend“. Die volle Verantwortung für die geplante Schließung des St.-Lukas-Krankenhauses im Jahr 2026 wies sie der Unternehmensführung zu. Gleichzeitig wies sie Vorwürfe zurück, wonach allein das Krankenhaus, der Oberbürgermeister oder die lokalen Fraktionen von SPD und Grünen für die Zukunft der Solinger Gesundheitsversorgung verantwortlich seien.
Mit Blick auf die politische Verantwortung hinterfragte sie das Fehlen des CDU-Landesabgeordneten Sebastian Haug in der Debatte. Preuß-Buchholz forderte ihn auf, sich stärker auf die Gesundheitsbedürfnisse der Solinger Bevölkerung als auf Parteinteressen zu konzentrieren. Zudem verlangte sie klare finanzielle Zusagen der Landesregierung, um die notwendigen Investitionen in die medizinische Infrastruktur der Stadt zu unterstützen.
Nun muss das Klinikum unter Zeitdruck bis zum Stichtag 2026 eine voll funktionsfähige neurologische Abteilung aufbauen. Preuß-Buchholz machte deutlich, dass Landesmittel entscheidend sein werden, um dieses Ziel zu erreichen. Ohne sofortige Unterstützung könnte die Fähigkeit Solingens, eine lebenswichtige Schlaganfallversorgung anzubieten, weiterhin gefährdet bleiben.






