Solingen gedenkt der Opfer der Shoah und aktueller Konflikte am 9. November
Lina SchmidtSolingen gedenkt der Opfer der Shoah und aktueller Konflikte am 9. November
Der Stadtrat von Solingen hat eine Erklärung verabschiedet, die die Opfer der Shoah, des Zweiten Weltkriegs sowie aktueller Konflikte – darunter in der Ukraine und in Israel – ehrt. Die Stellungnahme fällt auf den 9. November, ein Datum, das tief in der deutschen Geschichte verwurzelt ist und das mit prägenden Ereignissen verbunden ist, die die Identität und Werte der Nation geprägt haben.
Der 9. November hat in Deutschland eine besondere Bedeutung. An diesem Tag begann 1918 die Novemberrevolution, die das Ende der Monarchie einläutete. 1923 fand der Hitler-Ludendorff-Putsch statt, ein gescheiterter Umsturzversuch, der später für die NS-Propaganda instrumentalisiert wurde. 1938 markierte dasselbe Datum die Novemberpogrome, eine brutale Eskalation antisemitischer Gewalt unter dem NS-Regime.
Der Fall der Berliner Mauer am 9. November 1989 wurde zum Symbol der Wiedervereinigung und der Hoffnung. Diese Ereignisse – zusammen mit der Shoah – haben Deutschlands Verpflichtung geprägt, jüdisches Leben und den Staat Israel zu schützen. Das Land lehnt Antisemitismus entschlossen ab und setzt sich dafür ein, dass sich jüdische Gemeinden sicher und heimisch fühlen.
Die Erklärung der Stadt Solingen, unterzeichnet von Bürgermeister Tim O. Kurzbach und unterstützt von mehreren Ratsfraktionen, bekräftigt die Haltung der Stadt zu Toleranz und Mitmenschlichkeit. Sie betont zudem die Partnerschaft Solingens mit Ness Ziona, einer israelischen Stadt, um die Verbindungen zwischen den Gemeinden zu stärken. Der Rat bekundet seine Solidarität mit Israel und setzt sich gleichzeitig für eine friedliche Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts ein – basierend auf gegenseitiger Anerkennung und friedlichem Zusammenleben.
Die Erklärung unterstreicht Solingens Engagement, historische Gräueltaten zu erinnern und Opfer aktueller Konflikte zu unterstützen. Gleichzeitig festigt sie die Rolle der Stadt bei der Förderung von Frieden und Solidarität. Durch ihr Eintreten gegen Antisemitismus und die Bereitstellung von Schutz zeigt Solingen, dass sie sich in die bundesweite Verpflichtung Deutschlands für Menschenrechte und Versöhnung einreiht.






