Solingen streitet über Lohnkürzungen im Krankenhaus trotz hoher Inflation
Anton MeyerSolingen streitet über Lohnkürzungen im Krankenhaus trotz hoher Inflation
In Solingen haben sich die Spannungen wegen geplanter Lohnkürzungen in einem örtlichen Krankenhaus zugespitzt. Die Maßnahme kommt zu einer Zeit, in der die Inflation weiterhin hoch bleibt, und stößt bei lokalen Politikern auf scharfe Kritik. Um Tarifverträge zu umgehen, soll eine neue Servicegesellschaft gegründet werden.
Krankenhausleitung und lokale Politiker haben sich darauf verständigt, eine Servicegesellschaft ins Leben zu rufen. Dadurch ließen sich verbindliche Tarifverträge umgehen und die Löhne des Personals senken. Martin Bender, Vorsitzender der Bürgergemeinschaft für Solingen (BfS e.V.), wandte sich gegen den sozialdemokratischen Oberbürgermeister, der die Kürzungen in einer Phase steigender Lebenshaltungskosten vorantreibt.
Heinz Bender, Sozialexperte der BfS, fragte, wie Mitarbeiter bei niedrigeren Löhnen motiviert bleiben sollen. Jan Michael Lange, Fraktionsvorsitzender der BfS, lobte die Solinger Grünen für ihre Ablehnung der Entscheidung des Oberbürgermeisters. Gleichzeitig kritisierte Lange den konservativen Vorsitzenden des Aufsichtsrats und warf ihm vor, seine Prioritäten lägen nicht im Einklang mit den Interessen der Wähler vor Ort.
Mit der Gründung der Servicegesellschaft will das Krankenhaus Tarifverträge aushebeln. Kritiker halten den Zeitpunkt für verfehlt, da die Inflation die Haushaltsbudgets der Bürger belastet. Die Debatte offenbart tiefe Gräben zwischen den lokalen Verantwortungsträgern – sowohl in Fragen der Arbeitsbedingungen als auch der politischen Loyalität.
