Solinger Theaterstreit: Bürgerverband fordert Stopp der überstürzten Neubaupläne
Philipp SchulteSolinger Theaterstreit: Bürgerverband fordert Stopp der überstürzten Neubaupläne
Eine lokale Debatte um das Solinger Theater- und Konzerthaus hat scharfe Kritik des Wählerverbands SG zukunft hervorgerufen. Die Gruppe wirft vor, dass zentrale Fragen unbeantwortet bleiben, während die Zukunft des Veranstaltungsorts diskutiert wird. Zudem betont sie, dass dringendere Projekte wie der Neubau einer Feuerwehrwache Vorrang haben sollten.
Der Verband bemängelt, dass die aktuelle Diskussion überstürzt wirke, als seien Entscheidungen bereits hinter verschlossenen Türen gefallen. Matthias Urban, Sprecher von SG zukunft, verwies darauf, dass sich das Haus über Jahrzehnte zu einem unverzichtbaren kulturellen Zentrum entwickelt habe. Bevor weitreichende Schritte unternommen würden, fordert er eine gründliche Prüfung, ob ein Neubau die bestehende Qualität und Vielfalt des Programms tatsächlich erreichen könne.
Die Gruppe warnt zudem, dass öffentliche Bauprojekte in Solingen – wie etwa die Feuerwehrwache in Ohligs – häufig mit Verzögerungen und Kostenexplosionen zu kämpfen hätten. Sie stellen die Aussagekraft der angekündigten Szenariostudie infrage und fragen, welche konkreten Erkenntnisse diese tatsächlich liefern werde.
Ein weiteres Problem sei der mögliche Verlust von Parkplätzen, falls ein Ersatzbau auf dem bisherigen Gelände entstehe. Dies könnte die Zufahrt zum Rathaus und zu angrenzenden Geschäften beeinträchtigen. Statt auf Tempo zu setzen, sollte laut SG zukunft die zentrale Frage lauten, ob ein Neubau den kulturellen und funktionalen Wert des ursprünglichen Hauses jemals erreichen könne.
Der Verband unterstreicht zudem, dass der Neubau der Feuerwehrwache an der Katternberger Straße absolute Priorität habe. Die Zukunft des Theater- und Konzerthauses solle erst nach einer sorgfältigen Abwägung der tatsächlichen Bedürfnisse der Bürger entschieden werden.
Die Kritik von SG zukunft setzt die Kommunalpolitik unter Druck, den Prozess zu verlangsamen. Ohne klare Antworten zu Kosten, Machbarkeit und kulturellen Auswirkungen sei jede Entscheidung verfrüht, argumentiert die Gruppe. Zudem dürften andere dringende Vorhaben – allen voran die Feuerwehrwache – nicht durch die laufende Debatte in den Hintergrund gedrängt werden.






