08 May 2026, 20:15

Stahlindustrie plant radikale Wende: Klimaneutrale Produktion bis 2045 möglich

Plakat mit der Aufschrift "Wir reduzieren die Treibhausgasemissionen um etwa eine Gigatonne bis 2030" mit einem Logo, das die Reduzierung der Treibhausgase bis 2030 fordert.

Stahlindustrie plant radikale Wende: Klimaneutrale Produktion bis 2045 möglich

Deutschlands Stahlindustrie plant Emissionssenkung und klimaneutrale Produktion bis 2045

Die deutsche Stahlbranche legt derzeit Pläne vor, um ihre Emissionen zu reduzieren und bis 2045 eine klimaneutrale Produktion zu erreichen. Der Sektor stellt jährlich 40 Millionen Tonnen Rohstahl her, ist jedoch für etwa 8 Prozent der CO₂-Emissionen des Landes verantwortlich. Um die Umweltbelastung zu verringern, vollzieht die Branche nun einen grundlegenden Wandel – weg von der Kohle, hin zu grünem Wasserstoff.

Das herkömmliche Hochofenverfahren ist stark von Kohle abhängig und macht die Stahlproduktion zu einer der größten industriellen CO₂-Quellen. Thyssenkrupp Steel, das in Duisburg den größten Industriekomplex Europas betreibt, produziert jährlich 10 Millionen Tonnen Stahl und beschäftigt rund 13.500 Mitarbeiter. Das Unternehmen treibt das mit Bundes- und Landesmitteln geförderte Projekt tkH2Steel voran, um in seinen Öfen Kohle durch grünen Wasserstoff zu ersetzen.

Der Umstieg auf Wasserstoff könnte die Emissionen um 28 Tonnen CO₂ pro Tonne grünem Wasserstoff senken. Doch der Wandel erfordert enorme Energiemengen: Allein die erste Direktreduktionsanlage wird täglich 400 Tonnen Wasserstoff benötigen, um 2,5 Millionen Tonnen Eisen zu produzieren – das entspricht der Leistung von 800 Windkraftanlagen.

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Bis grüner Wasserstoff in ausreichendem Maße verfügbar ist, kann Erdgas als Übergangslösung dienen. Sein Einsatz in Direktreduktionsanlagen halbiert die CO₂-Emissionen bereits im Vergleich zu kohlebasierten Hochöfen. Der vollständige Wechsel zu Wasserstoff hängt jedoch von einer ausreichenden Versorgung und wettbewerbsfähigen Preisen ab.

Die Umstellung der Stahlindustrie auf Wasserstoff markiert einen entscheidenden Schritt zur Dekarbonisierung, wobei Thyssenkrupps Projekt richtungsweisend ist. Bis 2045 will Deutschland die Transformation zu einer klimaneutralen Stahlproduktion abschließen. Der Erfolg dieses Vorhabens steht und fällt mit dem Ausbau der Infrastruktur für grünen Wasserstoff und dessen Wirtschaftlichkeit.

Quelle