Steuerfahnder nehmen Influencer in ganz Deutschland unter die Lupe
Philipp SchulteSteuerfahnder nehmen Influencer in ganz Deutschland unter die Lupe
Steuerprüfungen bei Influencern in Deutschland: Finanzbehörden überprüfen bundesweit auf Steuerkonformität
Steuerbehörden in Deutschland kontrollieren derzeit Influencer im ganzen Land, um die Einhaltung finanzieller Vorschriften zu gewährleisten. Tausende Content-Creator stehen unter Beobachtung, wobei einzelne Bundesländer über eine hohe Zahl laufender Verfahren berichten. Die verschärften Kontrollen unterstreichen, wie wichtig eine ordnungsgemäße Gewerbeanmeldung, korrekte Steuererklärungen und lückenlose Buchführung sind.
Influencer in Deutschland müssen ihr Gewerbe anmelden, sobald sie regelmäßig Inhalte erstellen, um damit Geld zu verdienen – unabhängig von der Höhe ihrer Einnahmen. Allerdings fällt erst ab einem Jahresgewinn von 24.500 Euro Gewerbesteuer an. Wer sich nicht registriert, riskiert bei Steuerprüfungen empfindliche Strafen.
Zu versteuernde Einkünfte umfassen unter anderem Zahlungen für Markenkooperationen, Verkäufe von Merchandise-Artikeln und Provisionen aus Affiliate-Marketing. Selbst kostenlose Produkte oder Dienstleistungen, die als Gegenleistung für Content bereitgestellt werden, müssen angegeben werden. Abzugsfähige Ausgaben wie Equipment oder Reisekosten können die Steuerlast mindern – allerdings nur, wenn sie ordnungsgemäß dokumentiert sind.
Die Steuererklärung muss bis zum 31. Juli des Folgejahres eingereicht werden. Die Behörden betonen, wie wichtig es ist, alle Belege und Finanzunterlagen aufzubewahren, da mit stichprobenartigen Kontrollen zu rechnen ist. Das Ausmaß der Prüfungen variiert je nach Region: Allein in Nordrhein-Westfalen werden über 7.000 Influencer überprüft, während Niedersachsen seit 2017 233 aktive Fälle von 258 Meldungen bearbeitet. Auch andere zentrale Bundesländer wie Berlin, Baden-Württemberg und Bayern setzen auf Compliance – bundesweit wurden für den Zeitraum 2024–2025 bereits 60.000 Datensätze analysiert.
Eine offizielle Gesamtzahl der in Deutschland untersuchten Influencer gibt es nicht. Doch die vorliegenden Zahlen deuten auf eine flächendeckende Initiative hin, um Steuerregeln in der wachsenden Digitalwirtschaft durchzusetzen.
Die verschärften Steuerkontrollen bedeuten für Influencer, dass sie Content-Erstellung nun als reguläres Gewerbe behandeln müssen. Gewerbeanmeldung, korrekte Einkommensangaben und akribische Buchführung sind Pflicht. Wer dagegen verstößt, muss mit Bußgeldern oder Nachzahlungen rechnen – denn die Behörden erweitern ihre Überwachung kontinuierlich.
