Tafeln in NRW kämpfen ums Überleben: Schließungen drohen trotz Rekordnachfrage
Anton MeyerTafeln in NRW kämpfen ums Überleben: Schließungen drohen trotz Rekordnachfrage
Tafeln in Nordrhein-Westfalen stehen unter wachsendem Druck: Nachfrage explodiert, Standorte drohen zu schließen
In ganz Nordrhein-Westfalen geraten die Tafeln zunehmend unter Druck, da die Nachfrage stark steigt und wichtige Standorte vor der Schließung stehen. Die Tafel in Moers, ein zentraler Knotenpunkt für 14 weitere Einrichtungen, könnte nach dem Verlust ihres Mietvertrags schließen müssen. Gleichzeitig sind auch ähnliche Einrichtungen in Düsseldorf und Bonn von der Räumung ihrer Räumlichkeiten bedroht.
Die Zahl der Menschen, die in der Region auf die Unterstützung der Tafeln angewiesen sind, hat sich in nur fünf Jahren mehr als verdoppelt. Nutzten 2021 noch rund 250.000 Menschen das Angebot, sind es 2026 bereits 450.000. Die starke Zunahme ist auf steigende Armut und Inflation zurückzuführen.
Die Tafel in Moers allein versorgt etwa 2.000 Bedürftige und dient als Verteilzentrum für weitere lokale Einrichtungen. Ihr Leiter, Raffaele Corda, hat gewarnt, er werde zurücktreten, falls kein Ersatzstandort gefunden werde. Eine Schließung hätte gravierende Folgen für die Versorgung Tausender in der gesamten Region.
Aktuell erhält eine alleinstehende Person in Nordrhein-Westfalen 563 Euro monatlich als Bürgergeld. Der Sozialwissenschaftler Professor Fabian Kessl kritisiert das System scharf: Tafeln dürften nicht als Ersatz für einen gesetzlich garantierten Anspruch auf staatliche Hilfe dienen. Ohne stabile Finanzierung oder geeignete Räumlichkeiten könnte es für noch mehr Menschen schwierig werden, grundlegende Versorgungsgüter zu erhalten.
Der mögliche Verlust der Moerser Tafel würde viele Menschen ohne lebenswichtige Unterstützung zurücklassen. Da die Nachfrage weiter steigt, würden die Schließungen in Düsseldorf und Bonn das ohnehin schon überlastete Netzwerk zusätzlich belasten. Die Behörden sehen sich nun mit dringenden Forderungen konfrontiert, schnell neue Standorte zu sichern – andernfalls droht eine weitere Verschärfung der Krise.






