Theater hinter Gittern: Wie DNA in der JVA Wiesbaden Gefangene verändert
Lina SchmidtTheater hinter Gittern: Wie DNA in der JVA Wiesbaden Gefangene verändert
Ein beeindruckendes Theaterstück fand letzte Woche in der Jugendstrafanstalt Wiesbaden statt. Rund 80 Zuschauer füllten den Saal, um sich DNA anzusehen – ein Stück, das sich mit Gruppendynamik und Gewalt unter Jugendlichen auseinandersetzt. Die Aufführung war ein weiterer Erfolg des langjährigen Resozialisierungsprogramms der Anstalt.
Die Inszenierung stammte von Matze Vogel, der für die diesjährige Produktion Dennis Kellys DNA ausgewählt hatte. Das Stück thematisiert, wie Gruppenzwang und kollektives Verhalten unter Teenagern in Aggression umschlagen können. Nach dem letzten Vorhang bedachte das Publikum die Darsteller mit tosendem Applaus, Stampfen und "Bravo!"-Rufen.
Die Schauspieler und das Team verneigten sich mehrfach vor dem begeisterten Publikum. Ein inmate-Darsteller, der nur unter dem Kürzel J. bekannt ist, erzählte später, das Theater lasse ihn trotz seiner Inhaftierung Freiheit spüren. Nathalie Meyer, die Kostümbildnerin, wirkt bereits seit zehn Jahren an dem Projekt mit und verleiht jeder Aufführung eine besondere Note.
Die Wiesbadener Justizvollzugsanstalt verfügt über eine eigene Studiobühne – die einzige ihrer Art in einer deutschen Haftanstalt. Jährlich wird eine neue Produktion einstudiert und aufgeführt, wobei alle zehn Vorstellungen innerhalb weniger Tage ausverkauft sind. Vogel kündigte bereits an, dass das nächste Stück mit einer kleineren Gruppe von Inhaftierten realisiert wird.
Das Theater in der Wiesbadener JVA ist ein zentraler Bestandteil der Resozialisierung und bereitet die Gefangenen auf ein Leben nach der Entlassung vor. Die ausverkaufte diesjährige DNA-Reihe unterstrich erneut die Wirkung des Programms. Die nächste Produktion wird diese Tradition fortsetzen und den Teilnehmern einen kreativen Ausdrucksraum sowie die Möglichkeit bieten, mit dem Publikum in Kontakt zu treten.






