Thyssenkrupp revolutioniert Stahlproduktion mit Wasserstoff-Technologie in Duisburg
Philipp SchulteThyssenkrupp revolutioniert Stahlproduktion mit Wasserstoff-Technologie in Duisburg
Thyssenkrupp baut sein Stahlwerk in Duisburg um und ersetzt die alten Hochöfen durch ein neues Direktreduktionswerk (DRI), das mit Wasserstoff betrieben wird. Das Vorhaben soll die CO₂-Emissionen senken und einen der größten Industriestandorte Deutschlands modernisieren. Die Erdarbeiten haben bereits begonnen, nachdem im Mitte 2024 eine vorzeitige Genehmigung erteilt wurde.
Die neue DRI-Anlage wird jährlich 2,5 Millionen Tonnen kohlenstoffarmes Eisen in Form von Heißbriketts (HBI) produzieren. Sie nutzt die Midrex-Flex-Technologie, die es ermöglicht, sowohl mit Erdgas als auch mit Wasserstoff zu arbeiten. Ab 2028 soll schrittweise Wasserstoff eingesetzt werden, bis die Anlage 2029 vollständig auf Wasserstoffbetrieb umgestellt ist.
Bei Volllast könnte das Werk bis zu 3,5 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr einsparen, sofern es mit grünem Wasserstoff betrieben wird. Dafür werden jährlich etwa 143.000 Tonnen Wasserstoff benötigt – das entspricht einem Energiebedarf von 5,6 Terawattstunden. Die Baustelle umfasst eine Fläche von fast 40 Fußballfeldern und wird über 60 Gebäude und Anlagen umfassen.
Die Bundesregierung und das Land Nordrhein-Westfalen fördern das Projekt mit 2 Milliarden Euro. Die deutsche Stahlindustrie ist derzeit für rund 30 Prozent der industriellen Treibhausgasemissionen des Landes verantwortlich.
Das DRI-Werk markiert einen wichtigen Schritt zur Dekarbonisierung der Stahlproduktion. Sobald es voll operational ist, wird es die CO₂-Emissionen deutlich reduzieren, ohne die Produktionskapazitäten zu verringern. Das Vorhaben ist Teil einer umfassenden Strategie, um die deutsche Schwerindustrie nachhaltiger zu gestalten.






