Ukrainischer Botschafter besucht Krefeld: Wirtschaftshilfe und Widerstandswille im Fokus
Lina SchmidtUkrainischer Botschafter besucht Krefeld: Wirtschaftshilfe und Widerstandswille im Fokus
Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makejew, besuchte diese Woche Krefeld, um die wirtschaftlichen Beziehungen zu stärken und die Städtepartnerschaft mit der Ukraine zu vertiefen. Während seines Aufenthalts thematisierte er auch die anhaltende Zerstörung von Kraftwerken in seiner Heimat und die schweren Folgen für die Zivilbevölkerung.
Im Rahmen des Besuchs traf sich der Botschafter im Krefelder Rathaus, wo er sich als Zeichen diplomatischer Anerkennung in das Goldene Buch der Stadt eintrug. Offene Worte fand er zu den Herausforderungen, vor denen die Ukrainer stehen – selbst seine eigene Mutter in Kiew leide unter den Stromausfällen, die durch die jüngsten Angriffe verursacht wurden.
Bürgermeister Frank Meyer begrüßte Makejew und würdigte den ungebrochenen Widerstandswillen des ukrainischen Volkes im Kampf um Freiheit. Gleichzeitig betonte er die Bedeutung der weiteren Unterstützung durch Deutschland.
Bei einer Wirtschaftsveranstaltung rief Jürgen Steinmetz, Hauptgeschäftsführer der IHK Mittlerer Niederrhein und Ehrenkonsul der Ukraine, deutsche Unternehmen dazu auf, Investitionsmöglichkeiten in der Ukraine zu prüfen. Besonders vielversprechend seien die Bereiche Energie, Bauwirtschaft, Landwirtschaft und Technologie. Derzeit exportieren deutsche Firmen jährlich Waren im Wert von rund 4,6 Milliarden Euro in die Ukraine, ohne dass bei den Gesprächen konkrete Unternehmen oder Produkte genannt wurden.
Makejew hob zudem die Rolle der deutschen Medien bei der Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Lage in der Ukraine hervor. Die Berichterstattung sei umfassend und solidarisierend, so der Botschafter, und trage dazu bei, den Konflikt im öffentlichen Bewusstsein zu halten.
Der Besuch des Botschafters unterstrich das Engagement Krefelds für die Städtepartnerschaft mit der Ukraine. Zudem wurden weitere Gespräche über die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen deutschen Unternehmen und ukrainischen Branchen angestoßen. Im Mittelpunkt stehen dabei der Wiederaufbau der Infrastruktur und die Unterstützung der von Krieg betroffenen Zivilbevölkerung.
