15 February 2026, 12:33

US-Forscher fliehen nach Deutschland – Klimawissenschaft im Abwärtstrend

Eine animierte Deutschlandkarte mit einem roten Pfeil, der auf einen violetten Punkt zeigt.

US-Forscher fliehen nach Deutschland – Klimawissenschaft im Abwärtstrend

Immer mehr US-amerikanische Forscherinnen und Forscher richten ihren Blick nun auf Europa und insbesondere Deutschland, um dort akademische Chancen zu nutzen. Dieser Wandel vollzieht sich vor dem Hintergrund von Kürzungen staatlicher Fördergelder in den USA – vor allem in der Klimaforschung –, die unter der Regierung von Donald Trump die Forschungsprioritäten neu ausrichten. Gleichzeitig zeigt sich bei deutschen Studierenden ein sinkendes Interesse an einem Studium in den USA, während die Bewerbungen für deutsche Stipendien stark zugenommen haben.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Seit Trumps Amtsantritt im Januar 2025 verzeichnen führende US-Forschungseinrichtungen wie Harvard, Stanford und Princeton einen Rückgang der Bundeszuschüsse für die Klimaforschung um 15 bis 20 Prozent. Die National Science Foundation (NSF) und das Energieministerium (Department of Energy, DOE) haben ihre Mittel umgeschichtet und fördern nun vorrangig Projekte zur energetischen Unabhängigkeit, während klimabezogene Vorhaben gestrichen wurden. Demgegenüber erhalten Bereiche wie Künstliche Intelligenz, Quantencomputing und Biotechnologie durch neue Programme – etwa den National AI Security Act – eine um 10 bis 25 Prozent erhöhte Förderung.

Die Veränderungen veranlassen viele US-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler, nach Alternativen im Ausland zu suchen. Deutsche Institutionen wie die Alexander-von-Humboldt-Stiftung und die Max-Planck-Gesellschaft verzeichnen eine deutliche Zunahme an Anfragen von Forschenden aus den USA. Gleichzeitig haben sich die Bewerbungen für DAAD-Stipendien für Masterstudiengänge in Deutschland mehr als verdoppelt – ein klares Zeichen für die gestiegene Nachfrage.

Auf der anderen Seite lässt das Interesse deutscher Studierender und Promovierender an einem Aufenthalt in den USA spürbar nach: Die Anfragen für ein Studium dort sind um etwa 10 Prozent zurückgegangen. Dieser Trend steht im Zusammenhang mit den allgemeinen Förderumschichtungen und politischen Spannungen. Zudem hat der DAAD seine Aktivitäten in Russland eingestellt, nachdem er von den russischen Behörden als "unerwünschte Organisation" eingestuft worden war.

Der Rückgang der US-Förderung für die Klimaforschung hat eine Abwanderung von Forscherinnen und Forschern nach Europa – vor allem nach Deutschland – ausgelöst. Während die Stipendienbewerbungen steigen und das Interesse deutscher Studierender an den USA schwindet, vollzieht sich ein spürbarer Wandel in den akademischen Austauschprogrammen. Der DAAD, weltweit größter Förderer des internationalen akademischen Austauschs, passt sich weiterhin an diese geopolitischen und finanziellen Veränderungen an.