Verlassener Flughafen wird zum Schauplatz eines revolutionären Online-Spiels
Lina SchmidtVerlassener Flughafen wird zum Schauplatz eines revolutionären Online-Spiels
Ein verlassener Flughafen in Berlin beherbergt nun ein ungewöhnliches Online-Spiel namens TwinKomplex. Entwickelt vom Studio Ludic Philosophy, verbindet es interaktives Storytelling mit spielergetroffenen Entscheidungen. Seit dem Start im November 2021 bietet das Spiel eine Mischung aus Rätseln, Teamarbeit und künstlicher Intelligenz – sowohl auf Englisch als auch auf Deutsch.
Die Idee, nutzergenerierte Inhalte mit klassischer Erzählkunst zu verbinden, reicht bis in die späten 1990er-Jahre zurück. Spiele wie Heavy Rain und L.A. Noire ebneten den Weg, indem sie Gameplay nahtlos mit filmischen Elementen verknüpften. TwinKomplex baut auf dieser Tradition auf, indem es den Spielenden erlaubt, als Agenten der fiktiven Decentral Intelligence Agency die Handlung selbst mitzugestalten.
Die Teilnehmer beginnen mit der Aufklärung eines mysteriösen Falls – gemeinsam mit anderen im Netz. Die Handlung entfaltet sich durch Videosequenzen, Dokumente und Audiobotschaften, die eine immersive Welt erschaffen. Für zusätzliche Unvorhersehbarkeit sorgt Hal 9001, eine KI, die sich als falscher Mitspieler in die Teams einschleust.
Die Macher haben genug Material für drei Monate Spielspaß vorbereitet, planen aber, die Geschichte über Jahre hinweg auszubauen. Ihre langfristige Vision orientiert sich an einem uralten Konzept – Aristoteles’ dramaturgischer Struktur aus Protasis (Ausgangssituation), Epitasis (Steigerung) und Katastrophe (Höhepunkt) –, um eine fesselnde, sich ständig weiterentwickelnde Handlung zu garantieren.
TwinKomplex hebt sich durch die Kombination aus kollaborativem Storytelling und KI-Interaktion hervor. Mit kontinuierlicher Weiterentwicklung soll das Spiel die Spieler weit über die anfänglichen drei Monate hinaus binden. Das Projekt spiegelt einen wachsenden Trend wider: Spiele, die sich so dynamisch und unberechenbar anfühlen wie das echte Leben.






