Vincentz bleibt AfD-Chef in NRW – Machtkampf mit Rechtsextremen geht weiter
Philipp SchulteVincentz wiedergewählt als Vorsitzender der AfD NRW - Vincentz bleibt AfD-Chef in NRW – Machtkampf mit Rechtsextremen geht weiter
Martin Vincentz ist als Landesvorsitzender der Alternative für Deutschland (AfD) in Nordrhein-Westfalen wiedergewählt worden. Der 39-jährige Arzt setzte sich mit 54,7 Prozent der Stimmen gegen den Herausforderer Fabian Jacobi durch, der auf 43,4 Prozent kam. Jacobi gilt als Kandidat des rechtsextremen Flügels der Partei.
Die Wahl fand auf dem AfD-Landesparteitag in Marl statt, wo die Delegierten ein vorgeschlagenes Doppelspitzenmodell ablehnten. Vincentz, der die Landespartei seit 2022 führt, sah sich mit Widerstand von Jacobi konfrontiert, einem 52-jährigen Bundestagsabgeordneten, der von der extremistischen Strömung innerhalb der Partei unterstützt wird. Bereits Anfang 2026 hatten Berichte auf einen anhaltenden Machtkampf zwischen Vincentz' gemäßigter Linie und dem von Matthias Helferich angeführten rechtsextremen Flügel hingewiesen.
Vincentz' Führung fällt mit einem wachsenden Zuspruch für die AfD in Nordrhein-Westfalen zusammen. Aktuelle Umfragen deuten darauf hin, dass die Partei bei der Landtagswahl 2027 etwa 15 Prozent der Stimmen erreichen könnte – ein deutlicher Anstieg gegenüber den 5,4 Prozent von 2022. Seine Wiederwahl festigt seine Position als möglicher Spitzenkandidat für den anstehenden Wahlkampf.
Trotz interner Spannungen vertritt Vincentz innerhalb der AfD eine vergleichsweise gemäßigtere Position. Sein Sieg stärkt zwar seinen Einfluss, doch die Konflikte mit den radikalen Kräften der Partei bleiben ungelöst.
Das Ergebnis unterstreicht Vincentz' Rolle als zentrale Figur im nordrhein-westfälischen Landesverband der AfD. Angesichts der bevorstehenden Landtagswahl 2027 wird seine Führung die Strategie der Partei in einer Region prägen, in der sie an Zustimmung gewinnt. Gleichzeitig spiegelt das Ergebnis die anhaltende Debatte über den Kurs der Partei zwischen Gemäßigten und Hardlinern wider.
