22 January 2026, 08:36

Virtuelle Logistikkorridore sollen den Stadtverkehr revolutionieren

Eine belebte Straße mit Schwerlastverkehr neben einer Eisenbahnschiene, mit Geb"uden, Werbetafeln, Masten, Lichtern, B"umen, Pflanzen, Gras und einem sichtbaren Auto und Rad im Vordergrund.

Virtuelle Logistikkorridore sollen den Stadtverkehr revolutionieren

Neues Forschungsprojekt will Stadtverkehr mit virtuellen Spuren für automatisierte Logistikfahrzeuge revolutionieren

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Die Initiative ViDeLL unter Leitung des PEM-Lehrstuhls der RWTH Aachen entwickelt ein innovatives Konzept, um den urbanen Verkehr durch virtuelle Straßenabschnitte für automatisierte Logistikfahrzeuge zu entlasten. Gefördert von der Landesregierung Nordrhein-Westfalens und der EU, zielt das Projekt auf eine flexible und kostengünstige Alternative zu physisch abgegrenzten Spuren für den Güterverkehr ab.

Im Mittelpunkt steht die Entwicklung rechtlich, technisch und wirtschaftlich tragfähiger Lösungen, um automatisierte Logistik nahtlos in den bestehenden Stadtverkehr zu integrieren. Statt teure Sonderfahrspuren zu bauen, setzt das Team auf virtuelle Logistikkorridore, die sich dynamisch an Echtzeit-Daten anpassen. Algorithmen steuern diese Zonen und verteilen sie je nach aktueller Verkehrslage.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Interaktion zwischen automatisierten Logistikfahrzeugen und anderen Verkehrsteilnehmern wie Fußgängern und Radfahrern. Ein Sicherheitsrahmen soll Konflikte vermeiden, während Sensornetzwerke die virtuellen Abschnitte überwachen und absichern. Zudem werden regulatorische Hürden analysiert und rechtliche Anpassungen vorgeschlagen, um das System zu ermöglichen. ViDeLL konzentriert sich dabei auf Schlüsselsektoren wie Last-Mile-Lieferungen, den Einzelhandelslogistik und den industriellen Transport zwischen städtischen Produktionsstandorten.

Professor Achim Kampker, Leiter des PEM-Lehrstuhls, betont die Dringlichkeit von Innovationen: Ohne neue Lösungen drohe der steigende Güterverkehr zu massiven Staus zu führen. Anders als frühere Projekte setzt ViDeLL nicht auf höhere Liefergeschwindigkeiten oder die Elektrifizierung der Fahrzeuge, sondern auf infrastrukturelle Flexibilität.

Ziel ist ein praxistaugliches Modell für virtuelle Logistikspuren, das Technologie, Sicherheitsmaßnahmen und politische Empfehlungen vereint. Bei Erfolg könnte das System Kosten und Staus reduzieren sowie die Effizienz des Stadtverkehrs steigern. Die Ergebnisse sollen Politik und Wirtschaft als Grundlage für eine mögliche Umsetzung dienen.