Volker Wissing verlässt FDP nach Ampelkoalitions-Bruch und übt scharfe Kritik
Philipp SchulteVolker Wissing verlässt FDP nach Ampelkoalitions-Bruch und übt scharfe Kritik
Volker Wissing, Deutschlands ehemaliger Verkehrsminister, hat die Freie Demokratische Partei (FDP) nach dem Scheitern von Bundeskanzler Olaf Scholz' Ampelkoalition verlassen. Er bleibt zwar als parteiloser Minister im Kabinett, übt aber scharfe Kritik an der aktuellen Ausrichtung der Partei unter dem kommissarischen Vorsitzenden Christian Dürr.
Wissing wirft der FDP vor, sie drifte nach rechts, ohne dabei Wahlerfolge zu erzielen. Vor der für Mai anstehenden Wahl des Parteivorsitzenden fordert er die Liberalen nun auf, den Wählern eine klarere Vision zu präsentieren.
Wissing war zuvor Generalsekretär der FDP, bevor er unter Scholz Verkehrsminister wurde. Sein Austritt folgt auf das Ende der Koalition, doch er führt sein Ministeramt weiterhin ohne Parteibindung fort.
Unter Dürrs Führung hält die FDP an ihrer traditionell marktliberalen Linie fest und setzt auf eine kompromisslose Wirtschaftspolitik. Nach jüngsten Verlusten in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz treibt Dürr eine Erneuerung der Partei voran. Doch Wissing argumentiert, Dürrs "libertärer Kurs" biete den Bürgern keine überzeugende Zukunftsperspektive.
Beim anstehenden Führungsduell zwischen Dürr und Henning Höne fällt die Entscheidung auf dem Parteitag im Mai. Wissing besteht darauf, dass die FDP bis dahin ihr politisches Profil schärfen muss – und stellt infrage, ob der aktuelle Kurs die sinkende Wählergunst noch umkehren kann.
Die Wahl des FDP-Vorsitzenden im Mai wird über die künftige Ausrichtung der Partei entscheiden. Während Dürr auf marktliberale Prinzipien setzt, fordert Wissing eine breitere programmatische Ausrichtung. Das Ergebnis wird die Strategie der Liberalen prägen, die in den kommenden Wahlen wieder an Boden gewinnen wollen.






