Westfleisch in der Kritik: Vietnamesische Arbeiter zahlen bis zu 13.000 Euro für Jobs
Anton MeyerWestfleisch in der Kritik: Vietnamesische Arbeiter zahlen bis zu 13.000 Euro für Jobs
Der deutsche Fleischverarbeiter Westfleisch gerät wegen seiner Einstellungspraktiken in die Kritik. Berichten zufolge haben Arbeiter aus Vietnam und Indien hohe Summen – teilweise bis zu 13.000 Euro – an Vermittler für Jobs im Unternehmen gezahlt. Das Unternehmen sieht sich nun mit Vorwürfen konfrontiert, da es sich bei der Anwerbung von Arbeitskräften in Asien stark auf Drittanbieter stützt.
In den vergangenen drei Jahren hat Westfleisch über externe Agenturen rund 1.200 vietnamesische Arbeiter in Deutschland beschäftigt. Zahlen von Gewerkschaften und Medien wie dem NDR zeigen schwankende Entwicklungen: etwa 400 im Jahr 2023, über 500 im Jahr 2024 und rund 300 allein in diesem Jahr. Zunehmend setzt das Unternehmen auf befristete Verträge mit Arbeitskräften aus Asien.
Den Vorwürfen zufolge haben einige Beschäftigte überhöhte Gebühren gezahlt, um eine Anstellung zu erhalten. Westfleisch gibt an, erst nach der Ankunft der Mitarbeiter in Deutschland von diesen Praktiken erfahren zu haben. Als Reaktion kündigte das Unternehmen an, eine eigene Personalabteilung in Vietnam zu eröffnen. Damit soll der Einfluss von Zwischenhändlern verringert und die Transparenz bei der Einstellung verbessert werden.
Der Fall zeigt die Risiken auf, die mit der Auslagerung von Arbeitskräfte-Rekrutierung verbunden sind. Die neue Vermittlungsstelle von Westfleisch in Vietnam könnte die Ausbeutung verringern, indem sie Dritte ausschaltet. Ob das System für ausländische Arbeitskräfte fairer wird, hängt von den nächsten Schritten des Unternehmens ab.
