Wiesbadens Fastnachtszug verliert Tradition: Warum die "Zugen(d)te" jetzt "Gans am End" heißt
Philipp SchulteWiesbadens Fastnachtszug verliert Tradition: Warum die "Zugen(d)te" jetzt "Gans am End" heißt
Wiesbadens Fastnachtssonntagszug erhält in diesem Jahr eine Änderung beim Schlusswagen: Die langjährige Tradition der Figur "Zugen(d)te" endet nach einer rechtlichen Beschwerde aus Mainz. Die Veranstalter haben den Wagen nun umbenannt, um weitere Streitigkeiten zu vermeiden.
Fast 20 Jahre lang bildete die Figur ohne Probleme den Abschluss des Wiesbadener Fastnachtsumzugs. Doch Hannsgeorg Schönig, Präsident des Mainzer Carneval-Vereins, reichte eine Beschwerde wegen des markenrechtlich geschützten Namens "Zugen(d)te" ein. Der Begriff wird auch beim Mainzer Rosenmontagszug verwendet, was rechtliche Bedenken aufwarf.
Die Wiesbadener Zugorganisatoren müssen nun die Beschriftung der Figur entfernen, um der Forderung nachzukommen. Das Tier selbst darf bleiben, doch der Name wurde gestrichen. Guntram Eisenmann, künstlerischer Leiter des Dacho-Vereins, bestätigte, dass man die Entscheidung akzeptiere, um eine Fehde zwischen den beiden Karnevalshochburgen zu verhindern.
Die Umbenennung erfolgte zudem, nachdem die Wagenbauer einräumten, dass die Figur eigentlich keiner Ente ähnle. Stattdessen heißt sie nun "Gans am End" – "Gans zum Schluss" –, was ihrem Aussehen eher entspricht.
Der Wagen wird weiterhin Teil des Umzugs sein, allerdings unter neuem Namen. Die rechtlichen Schritte aus Mainz erzwangen die Anpassung, doch die Tierfigur selbst bleibt erhalten. Die Veranstalter haben die Entscheidung akzeptiert, um das friedliche Miteinander der beiden Fastnachtstraditionen zu wahren.
