Willichs Haushalt 2026: Einstimmig beschlossen, doch Streit um Kita-Gebühren bleibt
Philipp SchulteWillichs Haushalt 2026: Einstimmig beschlossen, doch Streit um Kita-Gebühren bleibt
Der Stadtrat von Willich hat den Haushalt für 2026 in Rekordzeit verabschiedet – einstimmig und in weniger als zwei Stunden. Der neue Finanzplan tritt zwar erst im Juli rechtlich in Kraft, doch die Debatten über Kita-Gebühren und Verkehrsverbilligungen offenbarten Spannungen zwischen den Fraktionen und der Bevölkerung.
Die Haushaltsberatungen verliefen zügig, wobei jede Fraktion auf fünf Minuten für ihre Stellungnahmen beschränkt war. Trotz der effizienten Abwicklung kamen jedoch Meinungsverschiedenheiten bei zentralen Themen auf. Eltern in Willich hatten zuvor bereits Unmut über geplante Geschwisterzuschläge und höhere Betreuungskosten geäußert – Sorgen, die bis in den Jugendhilfeausschuss getragen wurden. Dieser lehnte beide Vorhaben – die Geschwistergebühren und die erhöhten Elternbeiträge – letztlich ab, doch der Stadtrat setzte sich später über die Empfehlung hinweg.
Mit Mehrheit beschlossen die Ratsmitglieder, die jährliche Anpassung der Kita-Gebühren von zwei auf drei Prozent zu erhöhen. Zudem hielten sie an der Regelung fest, keine ermäßigten Geschwistergebühren für den Kindergarten anzubieten – eine Entscheidung, die viele Familien vor Ort belasten dürfte. Gleichzeitig kritisierte die SPD die Streichung des Deutschlandtickets für anspruchsberechtigte Schülerinnen und Schüler und warnte, dies schränke die Mobilität junger Menschen ein.
Sowohl SPD als auch die Grünen stimmten dem Haushalt zwar zu, allerdings mit Vorbehalten. Die SPD betonte eine verantwortungsvolle Haushaltspolitik und die Notwendigkeit, Familien vor weiteren Kürzungen zu schützen. Sie hatte zuvor detaillierte Einsparvorschläge eingereicht, die sich auf nicht essenzielle Ausgaben konzentrierten. Die Grünen, die dem Plan ebenfalls zustimmten, warnten, dass die finanzielle Lage Willichs dringendes Handeln erfordere.
Der Haushalt 2026 soll nun im Juli in Kraft treten, nach einem seltenen einstimmigen Votum. Doch die Beschlüsse zu Kita-Gebühren und Schülerverkehrsverbilligungen werden direkte Auswirkungen auf die Bürgerinnen und Bürger haben. Dass der Stadtrat die Empfehlungen des Jugendhilfeausschusses überstimmte, deutet zudem auf einen Wandel hin, wie künftig mit solchen Vorhaben umgegangen werden könnte.






