18 March 2026, 00:23

25 Jahre nach den Düsseldorfer Anschlägen bleibt die Angst in der jüdischen Gemeinschaft

Gemälde zeigt die Belagerung von Dresden im Jahr 1685, mit einem Feuer auf Wasser und einem Boot voller Menschen, umgeben von Gebäuden, Bäumen und einem Himmel.

25 Jahre nach den Düsseldorfer Anschlägen bleibt die Angst in der jüdischen Gemeinschaft

Vor 25 Jahren erschütterten zwei brutale antisemitische Anschläge Düsseldorf und hinterließen tiefe Wunden. Bei den Vorfällen – einem Brandanschlag auf eine Synagoge und einer Bombenexplosion in einem S-Bahnhof – wurden zehn Menschen verletzt, während die Angst in der jüdischen Gemeinschaft weiter wuchs. Noch heute, bei der Rückschau auf diese Ereignisse, bleibt die Sicherheitslage angespannt, und viele trauen sich nicht, sich in der Öffentlichkeit offen als Jüdin oder Jude zu erkennen.

Der erste Anschlag ereignete sich am 27. Juli 2000, als eine Bombe im S-Bahnhof Wehrhahn detonierte. Zehn Personen wurden verletzt, darunter sechs Mitglieder jüdischer Gemeinden in Nordrhein-Westfalen. Trotz intensiver Ermittlungen blieb der Fall ungelöst. Zwar wurde 2017 ein Verdächtiger mit Verbindungen zur rechtsextremen Szene festgenommen, doch mangels Beweisen folgte später ein Freispruch.

Nur zwei Monate später, am 2. Oktober 2000, griffen zwei Männer die Düsseldorfer Synagoge mit einem Stein und Molotowcocktails an. Das Feuer richtete Sachschäden an, verletzte jedoch niemanden. Beide Täter wurden 2001 verurteilt. Die Anschläge lösten landesweite Empörung aus und veranlassten den damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder zu einem Besuch in Düsseldorf, wo er zu einem nationalen Engagement gegen Antisemitismus aufrief.

Seither hat sich die Sicherheitslage für jüdische Einrichtungen weiter verschärft. Berichte verzeichnen eine Zunahme körperlicher Angriffe, Bedrohungen und Hass im Netz, darunter wiederholte Vandalenakte in den 2000er-Jahren. Noch 2025 vermeiden es viele Gemeinschaftsmitglieder, ihre jüdische Identität außerhalb geschützter Räume preiszugeben.

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In diesem Oktober wird die jüdische Gemeinde auch der Opfer des Hamas-Terrorangriffs vom 7. Oktober 2023 gedenken. Das Datum mahnt sowohl an vergangene als auch an aktuelle Bedrohungen und unterstreicht die Notwendigkeit von Wachsamkeit und Zusammenhalt.

Ein Vierteljahrhundert nach den Düsseldorfer Anschlägen sieht sich die jüdische Gemeinschaft nach wie vor erhöhten Risiken ausgesetzt. Zwar markieren die Bombenattentate und Brandstiftungen von 2000 einen Wendepunkt, doch anhaltende Vorfälle zeigen, dass die Gefahr fortbesteht. Die anstehende Gedenkveranstaltung für den Hamas-Angriff 2023 verdeutlicht einmal mehr den anhaltenden Bedarf an Schutz und Solidarität.

Quelle