Cum-Ex: Überprüfung beschlagnahmter mutmaßlicher krimineller Vermögenswerte des Bankers Olearius - 40 Millionen Euro im Streit: Cum-Ex-Skandal hält Justiz in Atem
Ein neuer Rechtsstreit entfacht sich um die Beschlagnahmung von 40 Millionen Euro von Christian Olearius, dem ehemaligen Chef der Hamburger M.M. Warburg Bank. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, die Summe durch seine Verstrickung in den Cum-Ex-Skandal erwirtschaftet zu haben – den größten Steuerbetrugsfall Deutschlands. Das Verfahren nimmt eine unerwartete Wendung, nachdem ein höheres Gericht ein früheres Urteil in der Sache kippte.
Beim Cum-Ex-Skandal wurden durch betrügerische Aktiengeschäfte Milliarden aus der deutschen Staatskasse abgezogen. Olearius, einst Geschäftsführer bei M.M. Warburg & Co., soll eine zentrale Rolle bei der Organisation dieser Transaktionen gespielt haben. Rechtlich ist seine Schuld jedoch noch nicht geklärt.
Die Anklage wegen schweren Steuerbetrugs gegen ihn wurde 2023 aufgrund seines nachlassenden Gesundheitszustands endgültig fallen gelassen. Diese Entscheidung bedeutet, dass er weder vor Gericht stehen noch an der anstehenden Verhandlung teilnehmen muss.
Das Landgericht Bonn muss nun auf Anweisung des Bundesgerichtshofs die Beschlagnahmung der 40 Millionen Euro neu prüfen. Das höhere Gericht hatte das ursprüngliche Urteil des Landgerichts aufgehoben und damit eine erneute Bewertung erforderlich gemacht, ob die Gelder illegal erwirtschaftet wurden. Ein neuer Verhandlungstermin steht zwar an, ein konkretes Datum wurde jedoch noch nicht festgelegt.
Im Mittelpunkt des Falls steht die Frage, ob die 40 Millionen Euro als Gewinne aus illegalen Cum-Ex-Geschäften eingezogen werden können. Olearius entgeht zwar aus gesundheitlichen Gründen einer persönlichen Verurteilung, doch der finanzielle Streit um die umstrittene Summe geht weiter. Die Entscheidung des Bonner Gerichts wird zeigen, ob der Staat das Geld schließlich zurückerhält.






