Apotheker warnt vor drohendem Kollaps: "Uns bleibt kaum noch Luft"
Philipp SchulteApotheker warnt vor drohendem Kollaps: "Uns bleibt kaum noch Luft"
Ein Apotheker aus der Region hat sich mit einem Landtagsabgeordneten getroffen, um auf die wachsenden Belastungen für Apotheken vor Ort aufmerksam zu machen. Dr. Gregor Lohmann traf sich mit dem CDU-Politiker Fabian Schrumpf, um über finanzielle Schwierigkeiten, Personalengpässe und die drohende Schließung zahlreicher Apotheken in der Region zu sprechen.
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die wirtschaftlichen Herausforderungen, mit denen Apotheken konfrontiert sind – darunter stagnierende Vergütungen und steigende Kosten. Lohmann erklärte, dass verschreibungspflichtige Medikamente zwar das Kerngeschäft seiner Apotheke bildeten, warnte jedoch, dass ungerechte Preissysteme eine solide Finanzplanung nahezu unmöglich machten. Er betonte zudem, dass Apothekensterben längst kein rein ländliches Problem mehr sei: Auch in Städten wie Essen werde der Zugang der Patienten zu wichtigen Dienstleistungen zunehmend eingeschränkt.
Schrumpf hörte sich die Klagen über die seit Jahren unveränderte Abgabegebühr an, die trotz Inflation nicht angepasst wurde. Der Abgeordnete zeigte Verständnis für die Frustration hinter den für den 23. März geplanten Protesten und räumte ein, dass das aktuelle System lokale Apotheken im Vergleich zu Versandapotheken benachteilige. Er versprach, die Anliegen auf Bundesebene mit Kollegen zu erörtern.
Zwar verzeichnete Essen zwischen 2022 und 2023 einen leichten Anstieg der Apothekenzahl von 117 auf 126, doch bundesweit ist die Schließungswelle dramatisch: Rund 1.600 Apotheken mussten während der Amtszeit der Ampel-Regierung schließen. Wie viele davon allein in Essen betroffen sind, bleibt unklar. Lohmann forderte fairere Vergütungsmodelle, um die lokale Versorgung zu stabilisieren und die Löhne des Apothekenpersonals zu verbessern.
Das Gespräch endete mit Schrumpfs Zusage, sich auf Bundesebene für politische Änderungen einzusetzen. Lohmanns Sorgen zu Vergütung, Personalmangel und Patientenversorgung sollen nun an höhere Stellen herangetragen werden. Die Ergebnisse könnten künftige Hilfsmaßnahmen für finanziell angeschlagene Apotheken vor Ort prägen.